30 Apr 2014

Verflucht, Verdammt und Halleluja!

Geschrieben von florian (Marigot Bay, St. Lucia)

Nach drei Wochen am Steg in der Marina Rodney Bay wollen wir los. Eine der Traumbuchten zieht uns magisch an, die Marigot Bay.

Doch die Magie muss warten. Das Ablegen misslingt gründlich. Zwar haben wir, als wir uns aus der Box bewegen, alle Leinen gelöst, aber das Schiff nimmt keine Fahrt nach achtern auf. Wir treiben durch die Box, hantieren panisch mit Leinen und brüllen uns allerhand Kommandos zu. Es ist wie auf den Pleiten, Pech und Pannen-Kanälen auf youtube. Elf Tonnen Schiff lassen sich nicht gerne mit Muskelkraft unter Kontrolle bringen. Endlich liegen wir auf der anderen Seite der Box, nur diesmal mit dem Bug in die andere Richtung. Wir starten wieder den Motor und ich inspiziere sofort die Bowdenzüge. Dabei fällt mir auf, dass Seewasser am Wärmetauscher herabrinnt. Verdammt, eine Schlauchschelle hat sich gelöst und die Seewasserpumpe fördert das Kühlwasser direkt in unsere Motorbilge. Wenn uns das draußen passiert wäre…..

Von einigen Freunden haben wir vor unserer Abreise Schutzengel in verschiedenen Ausführungen mit auf den Weg bekommen. An diesem Tag haben sie alle zusammengeholfen, damit wir nicht aus der Marina fahren konnten. Wir kaufen Schläuche und reparieren. Mit dem Getriebe und den Bowdenzügen ist alles in Ordnung.

Zwei Tage später fahren wir in die Marigot Bay. Wir schwimmen und schnorcheln an der Barre. Vor der Bucht ist buntes Leben unter Wasser. Seepferdchen und Hummer entdecken wir dort. Manchmal sehen wir kurz den Kopf einer Meeresschildkröte aus dem Wasser ragen. Abends blicken wir an Doolittle´s Bar glücklich in den Sonnenuntergang und in unsere Cocktails. Hier wurde in den 1960er Jahren der erste Dr. Doolittle-Film gedreht. Um Orte wie diesen zu entdecken, haben wir die Überfahrt gemacht.

Lustig wird´s aber bald wieder – als wir wie üblich zum Frühstücken unseren Petroleumherd mit Spiritus vorheizen, gerät das offene Feuer plötzlich außer Kontrolle. Immer höher schlagen die Flammen, zu nahe am lackierten Holz. Beherzt greife ich die Löschdecke und werfe sie über den Herd. Es qualmt, aber das Feuer ist gelöscht. Bis auf einen verrußten Herd ist nichts passiert. Warum? Beim Ergänzen unserer Spiritusvorräte haben wir den neuen mit dem alten Spiritus vermischt. Leider ist die Zusammensetzung des neuen wohl eher zum putzen und reinigen von Pinseln gedacht.

Morgen fahren wir weiter, um nach einem kurzen Übernachtungsstopp in Soufriére auf die Insel St. Vincent zu gelangen.

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