HERZLICH WILLKOMMEN

Das Leben ist wie das Meer mit seinen Höhen und Tiefen, Stürmen und Flauten und der Ankunft im Hafen. Es ist das Einlassen auf das große Element Wasser, aus dem alles entstanden ist.

Unser Hintergrund dabei ist, die sicheren, eingegangenen Wege zu verlassen. Wasserlandschaften, Küsten, Inseln und ihre Bewohner kennenzulernen. Uns jeden Tag auf neue Abenteuer einzulassen. Auf die Zeichen des Wetters und der Umwelt zu achten, um in den Gegebenheiten bestehen zu können und damit Vertrauen zu finden in bereits verlorengeglaubte Fähigkeiten.

Wir würden uns freuen, wenn wir Euch mit dieser Seite trockenen Fusses durchs Wasser mitnehmen können. Viel Spaß beim Stöbern!

Eva & Florian

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25 Dez 2018

Frohe Weihnachten!

Geschrieben von eva

Wir wünschen allen, die uns hier begleiten, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Eva & Florian

25 Nov 2018

Winterziel erreicht

Geschrieben von eva (Teneriffa, Spanien)

Wir sind wieder zurück in unserem „Winterziel“, Teneriffa hat uns wieder! Nach vielen Eindrücken und noch mehr gefahrenen Kilometern genießen wir den Blick auf den Teide, der uns jeden Tag wieder begrüßt. Na ja, manchmal hält er sich auch unter einer Wolkendecke verborgen.

Der Weg zurück war diesmal etwas aufregend: Während wir nur noch ein paar Tage bis zur geplanten Abfahrt der Fähre von Huelva aus hatten, wusste der Hurrikan Leslie noch nicht genau, welche Bahn er denn einschlagen will. Die verschiedenen Prognosen waren sich uneins – über Madeira, die Kanaren bis Portugal/Spanien war alles im Bereich des Möglichen. Doch dann kristallisierte sich immer mehr heraus, dass der Hurrikan wohl in Höhe Lissabon auf das Festland treffen wird. Unsere Überfahrt nach Teneriffa war nicht mehr gefährdet, auch wenn wir teils die hohen Wellen im Schiff gespürt haben. Doch auch diesmal war es wieder ein gutes Gefühl, sich einfach nachts in die Kabine zurückziehen zu können – der Kapitän wird sich schon um alles kümmern….

Der erste Tag auf Teneriffa begann dann gleich mit viel Arbeit, obwohl uns die Fähre erst um 3 Uhr morgens ausgespuckt hatte! Unser Campingbus musste ausgeräumt, die Fahrräder verstaut und die Wohnung hergerichtet werden. Und dann erst mal losfahren, um den Kühlschrank und den Vorratsschrank wieder zu füllen. Unser OOROS darf jetzt über den Winter in einer großen Garage stehen. Dort bleibt er, bis wir im Frühjahr 2019 wieder auf Reisen gehen.

Hier auf Teneriffa wurden wir von unseren Freunden wieder herzlich empfangen. Schnell waren wir wieder voll mit dabei beim Pádeln (Mischung aus Tennis und Squash), Wandern in geselliger Runde, Darts-Spiel und einigem mehr.

Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch meiner Schwester Brigitte mit ihrem Mann Peter. Die beiden waren noch nie auf den Kanaren und wollten mal schauen, wo wir den Winter verbringen. Diese Zeit, die wir mit vielen Ausflügen, Wanderungen und noch mehr Gesprächen verbracht haben, wird uns in sehr guter Erinnerung bleiben!

Seit ein paar Tagen liegt Schnee auf dem Teide. So kommen auch wir langsam in die Weihnachtsstimmung, die bei den ansonsten recht angenehmen Temperaturen immer etwas schwer aufkommen will. Ich befürchte aber, dass zu Weihnachten kein Schnee mehr zu sehen sein wird. Aber beim Lidl gibt’s Glühwein und Lebkuchen, da wird das schon 😉

7 Okt 2018

Und ewig grüßt der Stier

Geschrieben von florian (Córdoba, Spanien)

Unsere anstrengenden Tage in Barcelona fingen damit an, den vor Monaten gestohlenen Rucksack eines Freundes aus Teneriffa bei einer Stelle für Fundsachen abzuholen. Danach konnten wir uns ganz der Stadt widmen. Unser Campingpatz außerhalb bietet einen Shuttle-Service ins Zentrum. Ganz zerschlagen von den vielen Eindrücken kommen wir müde zurück und können noch den tollen Pool zur Abfrischung nutzen.

Postmodernes trifft hier auf Altstadtgassen, die man nachts nicht betreten muss. Herausragend sind die architektonischen Spuren, die gerade Antoni Gaudí hier hinterlassen konnte. Es ist ein Segen, wenn solche Visionäre eine Stadt so prägen können. Neben gesichtslosen Bauten aus den 1960/70er Jahren werden sie zu Inseln, die alles zu überstrahlen scheinen. Natürlich müssen wir auch den Hafen und die Marina mit ihren festvertäuten schwimmenden Träumen bestaunen.

Torre la Sal, ein ganzes Stück vor Valencia, wird uns durch zwei Dinge im Gedächtnis bleiben: ein schön gelegener Campingplatz am feinsandigen Strand mit guten Einrichtungen und vielen deutschen Rentnern, die einen Teil der kalten Jahreszeit hier verbringen und bei milderem Klima gegen die Mücken kämpfen. Sowie die ehemalie Bahnlinie nach Benicássim, die zum Rad- und Fußweg umgebaut wurde. Sie führt entlang der Küste auch durch Tunnels und könnte malerischer kaum sein.

Die nächste Etappe bringt uns direkt ins Landesinnere, die Mancha, Heimat des berühmten Don Quijote mit seinem Sancho Panza. Hier erwartet uns eine canyonartige Landschaft. Ein Naturpark, eingebettet in rotgelben Stein und viel Grün, so reihen sich 15 Seen aneinander. Nur wandern, radfahren und schwimmen ist erlaubt. Der Campingplatz gleicht einer Geisterstadt, wir teilen den Platz mit ein paar Niederländern und Briten. Tagsüber genießen wir 28°C, nachts gehen die Temperaturen auf 7°C runter. Die Versorgung ist dürftig, wir leben von den Vorräten. Erinnern werden wir uns an die außergewöhnliche Begegnung mit einem iberischen Steinbockweibchen mit ihren beiden Jungen und einer Schlange, der wir lange beim Schwimmen zusehen können. Das Baden im glasklaren Wasser ist herrlich und wir fühlen uns hier sehr wohl. Die landschaftliche Schönheit dieses Reservates hat uns begeistert.

Nach soviel Natur ist Córdoba, die Perle Andalusiens, ein richtiger Kontrapunkt. Römer, Mauren, Juden und die katholischen Könige, besonders Isabella v. Kastillien und Ferdinand II. von Aragon, haben ihre Spuren hinterlassen. Winzige Gassen im ehemaligen Judenviertel und romantische Innenhöfe mit Brunnen machen den Charme komplett. Da scheinen die ehemalige größte Moschee in Europa, die Mezquita, und Maurenpalast Alcázar nicht mehr so wichtig.
Doch wie immer sagen die Bilder mehr…

18 Sep 2018

Wieder in Spanien

Geschrieben von eva (Mataró, Spanien)

Ja, ja, ich weiß, von Österreich bis Spanien ist ein weiter Weg – die letzten Wochen war ich wohl ein wenig faul, was diesen Eintrag betrifft. Dafür jetzt alles in (mehr oder weniger) Kürze:

Unser nächster Besuch galt Doris, einer ganz lieben Segelfreundin, die in Grenada heimisch geworden ist. Aber zum Glück war sie gerade in ihrem anderen Daheim bei ihren Töchtern in Steyr, so dass wir sie dort besuchen konnten. Ganz besonders sind uns hier die guten Gespräche, das Lachen und nicht zuletzt der Prosecco um Mitternacht im Pool in Erinnerung geblieben! Es ist schön zu sehen, dass die Freundschaften, die wir in der Karibik geschlossen haben, auch hier noch Bestand haben. Eines der vielen Dinge, die wir von unserer Segelzeit mitnehmen konnten.

Bevor wir Österreich wieder verlassen, besuchen wir endlich wieder einmal meine Verwandtschaft in Oberösterreich. Das stand schon lange auf dem Plan und mit unserem Ooros ist es auch ganz einfach, weil wir ja nur einen Stellplatz vor der Garage oder neben dem Haus brauchen – vielleicht noch Stromanschluss und eine Dusche. Auch hier haben wir uns rundum wohlgefühlt, in Erinnerungen geschwelgt und auch wieder so manches Neue kennengelernt. Ein Teil des Treffens fand am Attersee statt. Und zufällig war es die Nacht der Sternschnuppen – die sogenannten Laurentiustränen – die im Dunkeln am Seeufer besonders schön zu sehen waren. Danke an Euch alle für die schöne Zeit!

Nach einem Zwischenstopp am Tachinger See dann ein Novum: bisher waren wir bei unserem Heimataufenthalt immer in einer Ferienwohnung in Bad Aibling, diesmal aber im nahegelegenen Bad Feilnbach auf dem Campingplatz. Hier haben sich unsere e-bikes richtig nützlich machen können: die 16 km bis zu meinen Eltern haben wir in den drei Wochen ziemlich oft zurückgelegt. Aber auch sonst war es sehr interessant, mal einen „versetzten“ Radius zu haben. Besonders schön war auch eine Radtour in die Berge, hier konnte der Akku zeigen, was er kann. Bergauf bergab, am Spitzingsee entlang und über viele kleine Strecken fast rund um den Wendelstein zurück zum Campingplatz. Das hätten wir von Aibling aus wohl so nie gemacht. Natürlich haben wir uns in dieser Zeit auch mit meiner Schwester samt Mann und Freunden getroffen. Aber dadurch, dass wir nur mit dem Fahrrad so richtig mobil waren und das Wetter auch nicht immer mitgespielt hat, war es nur sehr eingeschränkt möglich. Beim nächsten Aufenthalt schauen wir wieder, dass wir ein kleines Auto leihen.

Ein Besuch stand noch aus: mit meiner Stiefschwester Daniela hatten wir schon lange ausgemacht, dass wir sie mal besuchen kommen. Und jetzt hat endlich alles gepasst. Der Weg nach Spanien führte jetzt einfach durch den Schwarzwald! Wir konnten uns auch endlich nützlich machen und alles für den Grillabend vorbereiten, so dass die Vier sich abends nach der Arbeit einfach an den gedeckten Tisch setzen konnten. Zuvor haben wir noch einen Spaziergang mit Tobi, dem Traumhund schlechthin, gemacht. Wenn ich jemals einen Hund haben wollte, müsste er so wie der Tobi sein: superlieb, folgsam und zufrieden, auch wenn er mal alleine bleiben muss.

Die Weiterreise war dann nicht mehr geprägt durch Besuche, sondern durch anderweitige Eindrücke. Erster Stopp war Lausanne in der Schweiz. Mit dem Bus ging es hoch in die Stadt mit ihren alten Gemäuern und dem schönen Blick über den Genfer See. Wir ließen uns, wie wir es gerne machen, durch die Stadt treiben, bevor wir am Spätnachmittag wieder zu unserem Stellplatz zurückkehrten. Essen gehen in der Schweiz? Nichts für uns, denn bei diesen Preisen überlegt man es sich gleich zweimal. Aber da wir eh gerne selbst kochen, ist das auch keine schwierige Entscheidung.

Avignon haben wir vor 17 Jahren schon mal besucht. Damals hatten wir uns eine Auszeit genommen und sind mit dem Wohnwagen 3 Monate unterwegs gewesen. Unser Weg führte uns schon damals durch Avignon. So war es diesmal nicht nur die Faszination dieser alten Stadt mit dem Papstpalast (hier residierten im 14. Jahrhundert mehrere Päpste), sondern auch die Nostalgie, durch die wir uns sehr wohlfühlten. Vor allem auch die berühmte Pont d’Avignon ist mir von damals noch sehr in Erinnerung geblieben.

Carcassonne, von Florian zur Verkürzung der nächsten Etappe bestens ausgewählt, lässt einem vor Staunen den Mund offen. Eine Festungsstadt, die zum 20. Jubiläum als Weltkulturerbe ganz besonders geschmückt ist. Hier wurden auch schon viele Filme gedreht, u.a. Robin Hood mit Kevin Costner!

Heute schließlich haben wir Spanien erreicht! Und festgestellt, dass unser letzter Tankstopp im Schwarzwald war. Allerdings wären wir mit dem Rest in unserem Tank wohl nicht mehr sehr weit gekommen… Hier hat unser Ooros wieder ein paar Tage Ruhe, denn wir sind in Mataró nördlich von Barcelona, wohin wir morgen mit dem öffentlichen Bus fahren werden.

Das reicht jetzt wohl erstmal aus, hier die Fotos 🙂

7 Aug 2018

Ab in den Süden

Geschrieben von florian (Linz, Österreich)

Der nördlichste Punkt unserer Reise liegt hinter uns. Was für ein Glück wir mit dem Wetter, speziell auch in Dänemark, hatten, wird uns klar, als der schwimmende Däne neben mir sagt, er kann sich in den letzten 50 Jahren an keinen solchen Sommer erinnern. Ein zurückreisender Schwede meint, er werde jetzt erst einmal ein Volontariat bei der Feuerwehr machen, um die dortigen Brände bekämpfen zu helfen.

Doch für uns geht es nach einer kurzweiligen Fährfahrt weiter bis Oranienburg (nördlich von Berlin). Mit Claudia und Kalle, zwei Teilzeitkanaren wie wir, haben wir die besten Reiseführer. Ihre Berlintour führt am Wasser entlang, durch Parks und alte Stadtteile wie Tempelhof und Charlottenburg. Geschafft kommen wir spätabends wieder am Bus an. Die 47 km Radtour spüren wir noch am nächsten Tag und unsere gute Meinung über diese vielfältige grüne Multikultistadt erhärtet sich.

Erholen können wir uns dann am Freizeithugl nähe Waldsassen. Ein schöner kleiner Campingplatz mit weitem Blick über das oberpfälzische Hügelland, auch vom Panoramapool aus.

Ein letzter Übernachtungsstopp in Vilshofen, direkt an der Donau, unterbricht die Reise nach Kärnten. Unsere lieben Segelfreunde Martina und Dietmar haben bei Klagenfurt wieder Fuß gefasst. Doch das Leben als Landratten fällt nicht leicht. Zu schön war die Leichtigkeit damals in der Karibik. Mit ihnen unternehmen wir binnen 24 Stunden Radtour, Wanderung und Grillen. Ein Programm, das man sonst in 3 Tagen schafft.

Doch ich greife vor, wir hatten ja noch zwei Tage auf dem Stellplatz in Hohentauern beim Draxlerhaus. Die Wirtsleute (selbst Vollblutmusiker) veranstalten Volksmusikseminare. So ist die Stimmung ausgelassen und uns wird außer gelegentlicher Beschallung vorzügliche Kost im Vollpensionsstil samt Wandervorschlägen und geräucherte Saiblinge mit auf den Weg gegeben. Solcherart gestärkt sind wir bereit für Freunde und Verwandte weiter nördlich in Österreich…

18 Jul 2018

Radlos in der dänischen Südsee

Geschrieben von eva (Roskilde, Dänemark)

Eines unserer letzten Erlebnisse an der deutschen Ostsee wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben: Wir fahren mit unseren Fahrrädern vom Campingplatz nach Ribnitz-Damgarten, um noch ein paar Dinge zu besorgen. Zum Mittagessen geht’s zum „Springenden Hirsch“, einem netten Lokal mit selbstgemachten Wildspezialitäten – lecker! Gut gestärkt also wollen wir uns wieder auf den Rückweg machen, als wir beim Blick auf unsere Räder stutzig werden. Irgendwas ist anders und stimmt so nicht! Gleich ist klar: nur noch mein Rad steht am belebten Marktplatz, Florian’s Rad ist weg, das Seilschloss fachmännisch durchtrennt. So ein Mist! Wir müssen zur Polizei und Anzeige erstatten, aber der nächste Bus Richtung Campingplatz geht in ein paar Minuten, danach erst wieder in 2 Stunden. Also fahre ich mit meinem Rad zur Polizei, Florian mit dem Bus zurück. Auf meine Frage auf der Wache, wie denn die Chancen stehen, das Rad wieder zu finden, meint der Polizist: „da müssen Sie wohl in Polen suchen“. Na super! Wieder am Campingplatz angekommen, schildert mir Florian seine Erlebnisse auf der Busfahrt. Schon an der Bushaltestelle macht er eine nette Bekanntschaft – zum Glück, dennn ich hatte das Geld dabei und in der ganzen Radklauhektik nicht daran gedacht, dass die Busfahrt ja nicht kostenlos ist! Florian wird spontan auf die Busfahrt (und 6 Kirschen!) eingeladen. Dabei hat er sich mit, wie sich später herausgestellt hat, Else Buschheuer, Journalistin, Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin, angefreundet und ihr auch von unserem Leben in den letzten 8 Jahren erzählt. Am nächsten Tag treffe auch ich sie, da wir uns in Wustrow zum Mittagessen verabredeten haben. Neben Else, die total sympathisch ist und vor Energie sprüht, dürfen wir auch Frau Schadt, unsere ehemalige First Lady, kennenlernen! Florian wusste ja schon, dass Else mit den Gaucks sehr gut befreundet ist, aber damit hatten wir nicht gerechnet. Herr Gauck wollte sich eigentlich auch mit uns „Nomaden“ treffen, war aber leider kurzfristig verhindert. Zumindest haben wir unseren ehemaligen Bundespräsidenten herzlich grüßen lassen. Dieses Erlebnis, mit zwei so wunderbaren Frauen ein paar unterhaltsame und lustige Stunden verbringen zu dürfen, werden wir wohl nicht vergessen. Lieber wäre es uns natürlich gewesen, wenn das Ganze nicht erst durch ein geklautes E-Bike zustande gekommen wäre – aber so wurde der Verlust ein wenig ausgeglichen.

Weiter geht es mit der Fähre nach Dänemark in die dänische Südsee. Wir haben einen Campingplatz in Ulvshale gefunden, von hier aus machen wir einen Ausflug zu Møns Klint, den Kreidefelsen, die sehr an die Küste auf Rügen erinnern. Und wie auch viele Jahre zuvor auf Rügen fasziniert uns hier der dichte Buchenwald an der Steilklippe, über die uns viele Holzstufen 128 Meter hinab zum Meer führen. Wir suchen zwischen Steinen und Kreideabbrüchen nach Fossilien, Hühnergöttern und Donnerkeilen. Doch erst nach schlechtem Wetter sind die Chancen größer, dass das Meer und die Felsen etwas von ihren Schätzen an den Strand werfen. Da ist uns das schöne Wetter der letzten Woche dann doch lieber!

Eine weitere Besonderheit sind die Dolmengräber, die über die Landschaft verteilt sind. Es handelt sich hier um ca. 5.000 Jahre alte Grabstätten, die von außen wie kleine Hügel aussehen. Über einen kleinen Eingang, den man nur im Entenschritt (gut für die Fitness!) passieren kann, kommt man in eine von großen Steinen gestützte Grabkammer. Auch hier kann man nicht aufrecht stehen – für mich aber trotzdem bequemer als für Florian. Manchmal hat es auch Vorteile, wenn man nicht so groß ist!

Es ist sehr trocken in der dänischen Südsee, das ändert sich auch nicht, als wir unseren Standort wechseln und nach Roskilde fahren. Auch hier lechzt der Boden nach Wasser und das Gras ist nicht mehr grün, sondern gelb. Unser Nachbar hat trotzdem den Rasen gemäht – welchen Sinn auch immer er darin gesehen hat – und ich habe das erste Mal gesehen, dass es beim Mähen staubt. Seit Mai hat es hier nicht mehr geregnet! Der Campingplatz liegt direkt am Fjord und trotz des gefühlt eiskalten Wassers ist es herrlich, jeden Tag eine Runde zu schwimmen.

Roskilde bietet sich hervorragend an, um mit Bus und Bahn nach Kopenhagen zu fahren. Kopenhagen bezeichnet sich selbst als glücklichste Stadt der Welt – das können wir nachvollziehen. Die Stadt ist lebendig und von vielen Wasserstraßen durchzogen. Wasserbusse fahren hier und Touriboote, auch teils selbstgebaute Partyboote, auf denen junge Leute mit reichlich Alkohol versorgt dahintuckern. Die sonnenhungrigen Städter und auch wir Touris nutzen die vielen Sitz- und Liegegelegenheiten am Wasser, und so gibt es überall etwas zu sehen. Daneben gibt es natürlich noch viele Sehenswürdigkeiten, aber wir lassen uns lieber treiben und genießen es, über die Strøget, DIE Einkaufsmeile in Kopenhagen, zu flanieren. Auch die vielen Seitengassen mit den kleinen Läden und Cafés haben es uns angetan. Ich möchte auch unbedingt die Kleine Meerjungfrau sehen – und bin dann fast ein wenig enttäuscht. So ist es manchmal, wenn die Erwartung zu groß ist. Trotzdem hätte ich sonst das Gefühl gehabt, etwas Wichtiges versäumt zu haben. Amalienburg steht natürlich auch auf dem Programm. Zur berühmten Wachablösung kommen wir gerade ein bisserl zu spät, Königin Margarethe ist auch nicht da (sichtbar an den fehlenden Fahnen), also spazieren wir weiter. Die Architektur in der Stadt gefällt uns. Es gibt alte erhrwürdige Handelshäuser, Schlösser, alte Speicherhäuser, moderne Würfelhäuser und ganz vieles dazwischen. Fahrradfahren wird groß geschrieben in Kopenhagen, es gibt sogar richtige Fahrradhighways. Ach wie gerne würden wir da mitfahren, aber derzeit könnte das ja nur ich!

1 Jul 2018

An die Ostsee

Geschrieben von florian (Ostseebad Dierhagen)

Viel hat sich ereignet, seit wir Anfang Juni von Erfurt nach einem längeren Stopp am Kyffhäuser Denkmal weitergefahren sind durch den schönen Harz. Die kilometerweiten Kornfelder, die hier schon mehr gediehen sind als in Bayern, gehen über in eine hügelige Landschaft mit einem Wald, der zunehmend dichter und dunkler wird. Gewaltig ragt hier das drittgrößte Denkmal Deutschlands auf, das gleichzeitig Kaiser Wilhelm I. huldigt und die Barbarossa-Sage aufgreift.

Unser Stellplatz liegt malerisch hinter Klostermauern, von einem kleinen Bächlein durchzogen nahe des romantischen Quedlinburg. Hier genießen wir nicht nur das Ambiente des Weltkulturerbestädtchens (bei gleichzeitiger Innenministerkonferenz), auch das Lüddebier im Brauereigasthof ist vorzüglich.

Nach einer Wanderung im Harz bringt uns der ganz brav laufende Ducato nach Plau am gleichnamigen See. Hier erinnern uns die Schleusen, die Hebebrücke, die Wasserwege und die Weite des Plauer Sees an die Niederlande. Die Lage, nordwestlich von Berlin, lässt bereits die Küste erahnen. Außer dem Wasser, das uns in jeder Ausprägung anzieht, spazieren wir durch den Bärenwald, ein groß angelegtes Gebiet, in dem Zirkusbären oder Bären aus tierwidriger Haltung oft das erste Mal nach Jahren in der Gefangenschaft durch den Wald streifen können und sogar anfangen, im Herbst Höhlen zu graben, um das erste Mal in ihrem Leben in Winterschlaf gehen zu können. Ein wirklich sehenswertes Projekt der Vier-Pfoten.de.

Warnemünde hat Deutschlands größten Kreuzfahrthafen und wir stehen auf der Mittelmole auf einem für Wohnmobile reservierten Bereich, direkt an der Ausfahrt zur Ostsee. Alle Schiffe, auch von Rostock kommend, fahren Tag und Nacht an uns vorbei. So gibt es viel zu schauen und nachts hören wir gedämpft die Schiffsdiesel stampfen. Einen besonderen Moment bereiten uns kurz vor dem eigenen „Auslaufen“ die Jungs der Marine auf ihrer Fregatte, die bei der Einfahrt Seemannslieder schmettern – ja, die Matjessaison wollen sie wohl nicht verpassen!

Für einige Tage fahren wir nach Rerik, wo man westlich von Warnemünde herrlich am Hochufer spazierengehen kann. Und dann wieder zurück, durch die Rostocker Heide in unsere derzeit längste Sommerfrische am Darß/Fischland. Das mit der Frische ist leider wörtlich zu nehmen. Ein Tiefdruckgebiet fegt über die Ostseeküste hinweg und wir verbringen mehr Zeit bei den WM-Fußballübertragungen. Dann bestimmen Strandwanderungen und Radtouren unsere ruhigen Tage.

In einer Woche wird es weitergehen mit der Fähre nach Dänemark.

8 Jun 2018

Quer durch Bayern

Geschrieben von eva (Erfurt, Deutschland)

Der Start ist geglückt – was anderes haben wir ja auch nicht erwartet 😉 Unsere erste Etappe führt uns, man staune, bis nach Straubing! Erst mal langsam angewöhnen, was das Camperleben betrifft. Auf der Donauinsel liegt der kleine, sehr sauber geführte städtische Campingplatz. Wir haben uns Straubing nicht so schön vorgestellt und sind ganz angetan von der langen Fußgängerzone und genießen es, immer wieder mal in einem schöne Café in der Sonne zu sitzen. Der Ausflug mit dem Rad entlang der Donau gestaltet sich anfangs etwas schwierig, weil wir auf der falschen Donauseite fahren, wo es keinen direkten Radweg gibt. Aber spätestens bei der Ankunft an der Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg ist aller Unmut vergessen. Und die Rückfahrt ist ein reines Vergnügen!

Die nächste Station ist das Staatsbad Steben – die letzte Bastion Bayerns – hier gibt es einen recht schönen Stellplatz direkt an der Therme. Mit der Wasserwelt und dem Wellness-Dom hat Bayern finanziell seine Muskeln spielen lassen, wir konnten nur schwer davon lassen und waren gleich zweimal dort. Doch auch der eine oder andere Spaziergang durch den großen Kurpark und weiter an Feldern entlang und über Wiesen durch wenig besiedelte Landschaft lässt die Seele baumeln. Besonders schön ist die Wanderung durch das Höllental. Dann plötzlich erreicht man durstig und des wanderns müde das historische Gebäude des Höllental-Sprudels, wo wir kostenlos das frische Quellwasser, das höllisch gut schmeckt, probieren können. Dass wir in Franken sind, wird uns spätestens bewusst, als wir bei der Anmeldung unser Kennzeichen angeben müssen. AIB – mit B wie Baula oder B wie Berda?

Doch weiter fahren wir nach Erfurt, eine hübsche mittelalterliche Stadt hat den Vorzug, dass sie im Krieg kaum zerstört wurde und so hat sie den Charme der kleinen Gassen und alten Brücken bewahrt und ist voller netter Biergärten und hinter jeder Ecke wartet die nächste Entdeckung.
Quartier hat unser OOROS Bus auf einem kleinen Stellplatz im Stadtbereich bezogen und mit der Tram sind es nur wenige Minuten zum Zentrum.

Somit haben wir das schöne Bayern verlassen und sind weiter auf unserem Weg Richtung Ostsee!

24 Mai 2018

Mit OOROS über Land unterwegs

Geschrieben von florian (Bad Aibling, Deutschland)

Seit 5 Wochen sind wir nunmehr wieder in unserer bayerischen Heimat. Wie geplant, haben wir uns gleich auf die Suche nach einem Campingbus begeben – mit Erfolg! Und um dem Motto „Out of Rosenheim“ treu zu bleiben, haben wir ihn natürlich OOROS getauft. Damit soll es im Verlauf der nächsten Wochen über Deutschlands Osten an die Ostsee gehen.

Wir wollen unsere Reiseberichte, die ja im letzten Jahr ins Stocken geraten sind, wieder weiterführen und in unregelmäßigen Abständen über Land und Leute, Erlebnisse, Sehenswürdigkeiten und den Fortgang der Reise berichten.

Jetzt müssen wir etwas umdenken – wir sind nicht mehr von Wind, Wellen und einem sicheren Ankerplatz abhängig, sondern können einfach fast überall stehenbleiben und müssen uns keine Gedanken machen, ob der Anker oder die Leinen im Hafen das Schiff noch sicher halten. Sicher sind wir nun mit weniger Freiheit unterwegs, sind aber auf der anderen Seite wetterunabhängig.

Auch der Voreigner der OOROS war nach dem Verkauf des Schiffes mit dem Campingbus unterwegs und war ganz glücklich mit seiner „Landyacht“.

Auf unserem Seeweg nach Süden entlang an Europas Küsten ist immer wieder der Wunsch aufgetaucht, diese Küstenlinien und Städte nicht nur vom Wasser aus zu sehen, sondern auch das Land dahinter erkunden zu können. Jetzt sind wir mit E-Bikes und Campingbus bestens dafür gerüstet!

22 Dez 2017

Frohe Weihnachten!

Geschrieben von eva

Wir wünschen allen ein geruhsames und schönes Weihnachtsfest!

Wie Ihr ja bestimmt schon gemerkt habt, werden unsere Einträge immer seltener. Der Grund hierfür ist die derzeitige Reisepause und diese Seite ist ja eigentlich dazu gedacht, Euch auf unsere Reisen mitzunehmen. Das heißt aber nicht, dass es keine Einträge mehr gibt, denn immer nur an einem Fleck zu sitzen liegt uns dann noch nicht so ganz. Also werden wir uns – so zumindest der Plan – im Frühjahr nach einem Campingbus umschauen und damit durch Europa reisen. Dann gibt’s auch wieder viel zu berichten!

Bis dahin wünschen wir Euch einen guten Start in ein gesundes, glückliches und erlebnisreiches Jahr 2018!

Liebe Grüße

Eva & Florian

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