27 Dez 2011

Jahresrückblick

Geschrieben von florian

Nicht nur ARD und ZDF blicken zwischen den Jahren zurück. Für die OOROS-Crew, die sich auch dieses Jahr wieder in steiler See, starkem Wind und Gischt bewährt hat, wagt der Käpt’n einen Rückblick.

Wir wollten wissen: wieviele Tage haben wir segelnd, oder – wenn notwendig – motorend auf dem Wasser verbracht, wieviel Diesel haben wir dafür verfeuert und wieviele Seemeilen haben wir zurückgelegt, um von La Coruña im Norden Spaniens an die Algarve und letztlich nach Las Palmas auf Gran Canaria zu kommen? Hier nun die Antworten:

Es waren gesamt ca. 1.800 Seemeilen, das entspricht etwa 3.250 km, die wir meist mit der Geschwindigkeit eines Joggers zurückgelegt haben. Also etwa 8 – 9 km/h. Wir mussten nur zweimal tanken, gesamt ca. 320 l und haben damit etwa 500 Seemeilen (also ca. 950 km) unter Motor bewältigt. Eine interessante Frage ist auch: Wieviele Segeltage hatten wir nun im Verhältnis zu 270 Tagen, an denen die OOROS im Wasser war (3 Monate war sie in La Coruña und Lagos an Land)? Wir waren 35 Tage auf See, das bedeutet, der Anteil der Hafentage lag bei 87%. Das führt uns zu dem Resümee, dass das Boot in erster Linie Wohnzwecken entsprechen muss, was bei der OOROS mit einer Wohnfläche von ca. 18 qm ganz eindeutig gegeben ist!

Herausragendes Ereignis war wohl der Besuch unseres Neffen, einen Gast an Bord zu haben ist eine Ausnahmesituation, denn das Wohnen und Segeln unterscheidet sich grundlegend von einem Leben an Land. Sein Nein zur Entdeckung neuer, unbekannter Inseln und Kontinente unter Segeln ist klar. Eine Achterbahnfahrt ist nach 3 Minuten zu Ende….

Sonst haben in uns die wunderbare Küstenlandschaft in Galizien, das Runden bekannter Kaps wie Finisterre und São Vicente starke Eindrücke hinterlassen. Aber auch die Algarve entlangzusegeln bis zum Seglerankertreff in der Lagune von Culatra bei Faro war wunderschön. Ein besonderes Erlebnis war natürlich das Erreichen des Madeira-Archipels, ganz so, wie es der Entdecker Zarco getan hat. Aber er brauchte ein Jahr, um die 30 Seemeilen zwischen Porto Santo und Madeira zurückzulegen. Das haben wir schon nach einer Woche gemacht.

Und zu entdecken gab es für uns auch einiges. Überhaupt ist der gröβte Vorzug unserer Art zu reisen, dass wir uns Zeit lassen können. Auf diese Art erleben wir den Charakter und Charme einer Landschaft erst richtig, das Privileg, uns ein wenig heimisch zu fühlen. Nachteil: je mehr man sich heimisch fühlt, desto schwieriger wird das Weiterkommen. Trotzdem liegen wir mit 13% Seetagen im Durchschnitt der Langzeitsegler. Das gibt uns die Hoffnung, bis zur Stellung des Rentenantrages wieder in der Heimat zu sein 😉

Wir wünschen allen Freunden unserer Seite ein glückliches Neues Jahr, Gesundheit und die Erfüllung Eurer Wünsche und Sehnsüchte. Ganz entscheidend ist, dass es etwas gibt, das Euch antreibt und beflügelt!

Florian und Eva

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