5 Feb 2012
Kanarische Kälte und Frühlingsbeginn
Da wir letztes Jahr als Winterflüchtlinge schon in Gran Canaria waren, gab es für uns nicht mehr so viel Neues anzuschauen. Und so machten wir uns daran, den Fußboden neu zu lackieren, sowie einige andere schadhafte Stellen im Lack auszubessern. Das ist eine Arbeit, die mehrere Tage in Anspruch nimmt und bei der wir das Schiff dann nicht mehr betreten können. So haben wir uns in einem Hotel in der Nähe eingemietet, um jeden Morgen an die Arbeit zu gehen – schleifen, Schleifstaub entfernen und lackieren. Wir haben 3 verschiedene Lacke benutzt, aber das Ergebnis war nie so wie das Original.
Ihr erinnert Euch sicher an die abgerissene Ölablassschraube. Diese Thema hat uns den ganzen Januar beschäftigt. Wir meinten, in der kanarischen Großstadt Las Palmas mit seinem bekannten Yachthafen leicht Ersatz beschaffen zu können. Von wegen! Wir kennen jetzt alle Läden, die Metallwaren verkaufen – überall Fehlanzeige. Schließlich haben uns unsere schwedischen Freunde eine gebrauchte Schraube von zuhause mitgebracht.
Ende Januar ist nicht nur arktische Kälte in Nordeuropa, auch im kanarischen Archipel sind die Temperaturen unangenehm kalt geworden. Was bedeutet: Tageshöchstwerte um die 20°, nachts 15-16° aber bei Wind fühlt es sich viel kälter an. Im Wasser sind jetzt nur noch Nordeuropäer, die zuhause gerne erzählen wollen, dass sie auf Gran Canaria jeden Tag beim Baden waren.
Auf den Stegen treffen wir deutsche und österreichische Segler, sie erzählen von Plänen und Erfahrungen, auch von Träumen, die in Gran Canaria vorzeitig endeten. Und nicht wenige haben hier eine neue Heimat gefunden. Das ausgeglichene Klima mit nicht so heißen Sommern und die Nähe zu Festlandeuropa erscheinen vielen ideal, um ein ereignisreiches Seglerleben ausklingen zu lassen.
Wir machen uns derweil Gedanken über Ausrüstung, die noch zu ergänzen ist. Etwa ein AIS, dadurch können wir schon sehr früh Schiffe der Großschifffahrt identifizieren und diese uns. Gleichzeitig bekommen wir alle wichtigen Daten, lange bevor es zu einer Begegnung kommt und bei Kollissionsgefahr wird gewarnt.
Auch über weiteres Vorankommen machen wir uns Gedanken. Hier helfen uns Erfahrungsberichte und der allgegenwärtige Klönschnack.
In den Hügeln oberhalb Las Palmas sind derweil die Mandelbäume in voller Blüte, klar muss da ein Fest her! Und so ist dieser Tage in kleinen herausgeputzten Dörfern Mandelblütenfest. Da landet manches brave Schwein am Spieß. Wir holen uns statt dem Schwein rote Nasen und klamme Finger.
Der nächste Blog wird dann aus Teneriffa kommen, wo wir zunächst die Hauptstadt Santa Cruz anlaufen wollen.