12 Dez 2011
Lanzarote und Fuerteventura
Tausend Eindrücke von zwei ähnlichen und doch sehr verschiedenen Inseln. Lanzarote, dessen kleine weiße Häuser im Kontrast zu den schwarzen Lavazungen stehen, Fuerteventura mit bunten Häusern in hauptsächlich brauner Landschaft.
Doch der Reihe nach. Lanzarote hat sein heutiges Aussehen im Großen und Ganzen einem Künstler zu verdanken: César Manrique, der zu Beginn des Baubooms auf Lanzarote großen Einfluss auf Bauplanung und Baugenehmigungen hatte. Er setzte durch, dass nur weiße, kubisch geformte Häuser gebaut werden durften. Das Ergebnis ist wunderbar. Die letzten Vulkanausbrüche vor ca. 300 Jahren hinterließen schwarze Lavazungen, in die Manrique mit seinen ganz eigenen Kunstwerken Akzente setzte. Doch das alles zu beschreiben ist eh schwierig, deshalb haben wir ja unsere Bilder!
In der Marina Rubicón in Playa Blanca im Süden der Insel haben wir zeitweise eine Mitbewohnerin. Die Katze eines Nachbarschiffes macht es sich zur Gewohnheit, die Schiffe in der Umgebung zu inspizieren und bei Gefallen in Beschlag zu nehmen. OOROS und wir sind scheinbar nach ihrem Geschmack und so verbringt sie einige Stunden bei uns. Ein schönes Gefühl, eine Katze an Bord zu haben, sie strahlt einfach eine ganz besondere Gemütlichkeit aus. Doch trotzdem würden wir einem Tier ein Leben an Bord nicht zumuten. Schweren Herzens verabschieden wir uns also von unserer Teilzeit-Bordkatze wieder, als wir gemeinsam mit der Randivåg zu einem Ankerstopp Richtung Isla de Lobos lossegeln.
Zuvor studieren wir noch die diversen Segelhandbücher. Auf der kleinen Insel zwischen Lanzarote und Fuerteventura gibt es eine hübsche Lagune, die aber zu seicht ist, um mit dem Segelschiff hineinzufahren. Also außerhalb geankert und mit den beiden Dinghis in die Lagune getuckert. Das Wasser des ehemaligen Kraters ist durch den hellen Sand türkisfarben und lädt uns zu einem Bad ein. Dann in einem strammen Marsch auf den einzig verbliebenen Vulkan der Insel, um die herrliche Aussicht zu genießen. Zurück an der Lagune stellen wir mit Entsetzen fest, dass das Wasser inzwischen so weit gesunken ist, dass die Lagune vom herausragenden Kraterrand eingefasst ist, sodass ein Hinausfahren mit den Gummibooten nicht möglich ist. Dabei hatten wir vorgehabt, am Strand zu grillen und wollten nur noch die nötigen Utensilien von unseren Schiffen holen – keine Chance! Also auf zu einem Spaziergang in das einzige “Dorf” mit seinen ca. 15 Einwohnern. Dabei haben wir immer den Wasserstand im Auge. Steigt das Wasser wieder oder fällt es noch? Spätestens bei Sonnenuntergang ist klar: entweder wir packen es jetzt oder es wird wirklich schwierig, im Dunkeln den “Ausgang” zu finden. Die Steine sind zwar noch nicht wieder vom Wasser bedeckt, aber der Wasserstand ist schon nicht mehr ganz so niedrig. Im Dämmerlicht ziehen und tragen wir dann die Gummiboote über die Barriere. Nicht ganz ohne, denn die Steine sind teilweise recht kantig und könnten das Boot aufschlitzen. Gut, dass wir Gummischuhe anhaben, die zumindest unsere Füße schützen! Als Ersatz für´s Grillen werden wir dann von Lisa und Sven zu einem typisch schwedischen Essen eingeladen – mit Glögg, dem schwedischen Glühwein.
Nach einer recht windigen Nacht mit viel Schaukelei lichten wir dann den Anker und nehmen Kurs auf Gran Tarajal auf Fuerteventura. Das ewige Schaukeln tut meinem Magen nicht gut und so werde ich wieder mal, wenn auch nur kurz, seekrank. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich auch das mal in den Griff kriege!
Fuerteventura, das für mich immer nur die Surferinsel war, hat auch einige hübsche Ecken zu bieten, ist aber meines Erachtens mit Lanzarote nicht zu vergleichen, obwohl es die älteste Insel der Kanaren ist. Doch auch hier sagen Bilder mehr als Worte!
Und hier noch ein weihnachtliches Glühweinrezept: Man nehme Glögg, also schwedischen Glühwein (z.B. von Ikea), erwärme ihn auf ca. 80° und gebe dann in der Tasse nach Belieben gehackte Mandeln und Rosinen dazu. Schwedischer Glühwein ist immer mit Geschmack zu haben (bei Ikea in Spanien diesmal mit Safran) und wird immer mit Mandeln und Rosinen getrunken, die man anschließend aus der Tasse löffelt. Lecker!