4 Dez 2012
Herbsttage
Nach dem Aufbruch „unserer“ Schweden, die uns seit 2 Jahren begleiteten und unseren Freunden von der 2Mickys, ist es für uns ruhiger geworden. Das ist ungewohnt, aber auch schön – Zweisamkeit bewusst zu genießen. Und auch ein wenig traurig, weil wir nicht wissen, ob wir sie wiedersehen werden.
Der Winter hat sich mittlerweile eingestellt mit viel Starkregen und Bewölkung im nördlichen und östlichen Teil der Insel. Ein Sturm hat auf La Palma für Aufregung gesorgt – wer sich ansehen will, wie die Marina von Santa Cruz de La Palma vom Sturm gepeitscht wurde, möge sich das Video eines Seglers mit dem Titel „Storm La Palma“ von Sail Beluga auf youtube ansehen. Wir waren gottseidank auf der anderen Seite der Insel und haben davon nur wenig mitbekommen. An dieser Stelle sei allen Seglern der sichere Hafen Marina Tazacorte empfohlen!
Trotz dem Rückgang der Temperaturen klettert das Quecksilber immer über die 20 Grad und frischt nachts auf etwa 16-17 Grad ab. Das Bad im Meer ist auch kühler geworden, aber mit 22 Grad Wassertemperatur lässt es sich noch gut leben.
Jahreszeitlich bedingt heißt es auch hier: O´zapt is! Doch das Bier fließt auf dem Oktoberfest auch nicht in Hektolitern, sondern nur in halben Litern die Kehle hinab. Und der schmusesingende Freddy Holiday hat seiner Fangemeinde am Ballermann eine Erholung gegönnt. So gestärkt mit Sauerkraut, Leberkäs und dem typisch bayerischen Warsteiner ist es dann auch wieder gut.
Zwei nette Paare haben wir kennengelernt: Die einen, Langzeiturlauber und La Palma-Kenner, führten zu einem kleinen abgelegenen Strandrestaurant, in dem man die Abendstimmung sehr gut aufnehmen kann. Und mit der Crew der GreenDuck waren wir wandern und sind seither stolze Besitzer eines Milchkefirpilzes, dessen Ursprung wohl in der Mongolei liegt.
Eine besondere Wanderung führte uns in die Piratenbucht, auch Cueva de Candelaria genannt. Sie ist über einen steilen Weg erreichbar, der zur Küste hinabführt. In einen Felsendom quetschen sich ca. 50 Wohnungen und Wohnhöhlen. Von hier aus wurde früher mit kleinen Booten zum Fischfang hinausgefahren. Heute werden sie als Wochenend- und Sommerwohnungen genutzt.
Ach ja, vor 2 Tagen hat bei uns ein alter englischer Zweimaster in der Marina festgemacht. Das Steuern eines ca. 40 Meter langen Schiffes in eine vergleichsweise enge Marina ist dann auch ziemlich knifflig. Da wurde heute beim Ablegen kurzerhand die Sicherheitseinrichtung am Steg rasiert. Ein Seufzer der Erleichterung ging dann auch durch den Hafen, als der Pott wieder draussen war.
Viel Freude nun beim Betrachten der schönen Bilder.