16 Jan 2014

Schweinebauch und Flamingobeine

Geschrieben von eva (Santa Cruz de Tenerife)

Unser Schiff schwimmt wieder! Nach fast 4 Wochen auf der Werft, in denen umfangreiche Arbeiten vorgenommen wurden, ist die OOROS wieder in ihrem Element. Doch die Zeit dazwischen ist ereignisreich. Wir haben uns für die Zeit in der Werft eine kleine Ferienwohnung in San Andrės, einem kleinen Fischerdorf ganz in der Nähe, angemietet. Hier kann ich meine Spanischkenntnisse testen, denn die Señora, von uns liebevoll Abuela (Oma) genannt, spricht nur Spanisch. Aber es klappt alles wunderbar, ein schönes Gefühl. Die spärliche Einrichtung ist bunt gewürfelt und die Küchenausstattung nicht wirklich komplett, aber wir fühlen uns, auch wenn es ab und zu durch’s Dach regnet, recht wohl. So kochen wir auch an Heiligabend und Silvester in der Wohnung und machen es uns bei Kerzenschein gemütlich.

Als die OOROS aus dem Wasser gehoben wird, bekommen wir erstmal einen Schreck, denn von der weißen Farbe ist unter der Wasserlinie nichts mehr zu erkennen. Jede Menge Algen, Muscheln und Seepocken haben sich im Laufe der Zeit festgesetzt. Doch mit Spachtel und Dampfstrahler beseitigen die Männer in der Werft den gröbsten Schmutz. Der angeheuerte Maler schleift alles gründlich ab, bevor die erste Schicht Anutifouling in Knallrot auf’s Schiff kommt. Sieht schön aus, soll aber nur anzeigen, wenn die darüberliegenden weißen Schichten abgetragen sind. Als nächste Schicht kommt Weiß. Doch das deckt nicht wirklich gut und so hat unser Schiff plötzlich einen leicht rosaroten Schweinebauch! Ich bringe noch eine Schicht Weiß auf, jetzt ist alles wieder in Ordnung. Aber was soll ich mit der restlichen Farbe tun? Ein halber Liter Rot und ein halber Liter Weiß sind noch übrig. Meine Idee: zusammenmischen und dem Schiff Flamingobeine malen! Sieht wirklich nett aus, ist aber leider nicht mehr zu sehen, da die beiden Kiele ja weit unter der Wasserlinie liegen. Aber wir wissen es und freuen uns.

Florian nimmt sich der vielen kleinen und auch größeren Stellen an, unter denen das Aluminium korrodiert ist und der Lack Blasen wirft. Eine ziemliche Arbeit, die viel Geduld durch Abschleifen und mehrmaliges Übermalen fordert. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Wolfgang rät uns, die Schläuche vom Klo auszuklopfen. Also alles ausbauen, raustragen und mit dem Gummihammer bearbeiten. Hat sich ganz schön zugesetzt, wir sehen, dass es dringend nötig war. Doch beim Wiedereinbau stelle ich fest, dass die Schläuche allesamt schon ein bisschen morsch sind. So fahren wir mit dem Bus in die Stadt, um 4 Meter Kloschlauch zu kaufen und durch Santa Cruz zu tragen. Der Einbau gestaltet sich schwierig, da der neue Schlauch noch nicht die richtigen Kurven hat und nur ziemlich hart auf die Ventile zu bringen ist. Ich habe Blasen an den Händen!

Auch die Logge funktioniert seit La Palma nicht mehr, ein Austausch ist aber nur an Land möglich, da sie ja durch den Schiffsboden ins Wasser ragt. Das Problem ist allerdings, dass diese Logge schon seit 1994 nicht mehr gebaut wird und die neuen Loggen wesentlich dünner sind. Oh Mann, was kommt da wohl auf uns zu? Aber wir haben großes Glück, in einem der Yachtausstatter ist in einer Kruschelkiste noch eine Logge zu finden, die bei uns passt. Tja, hat die kurzfristige Bemalung als Schweinchen doch was gebracht!

Beim Kranen zurück ins Wasser allerdings klappt erstmal nichts so richtig. Der Motor springt nicht an, der Tiefenmesser funktioniert plötzlich nicht mehr und die Verbindung der Kloschläuche ist nicht dicht. Florian entlüftet den Motor und ich prüfe die Steckverbindung am Tiefenmesser, so dass diese Probleme schnell behoben werden können. Beim Klo läuft’s nur rein, wenn man pumpt und inzwischen haben wir auch das im Hafen gerichtet.

Ich beschäftige mich auch schon mit der Proviantierung, räume alle Schapps aus und mache Listen, was wo ist und was wir noch einkaufen müssen. So langsam wird es ernst. Wenn alles erledigt ist, muss nur noch das Wetter passen und dann geht’s endlich los!

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