HERZLICH WILLKOMMEN

Das Leben ist wie das Meer mit seinen Höhen und Tiefen, Stürmen und Flauten und der Ankunft im Hafen. Es ist das Einlassen auf das große Element Wasser, aus dem alles entstanden ist.

Unser Hintergrund dabei ist, die sicheren, eingegangenen Wege zu verlassen. Wasserlandschaften, Küsten, Inseln und ihre Bewohner kennenzulernen. Uns jeden Tag auf neue Abenteuer einzulassen. Auf die Zeichen des Wetters und der Umwelt zu achten, um in den Gegebenheiten bestehen zu können und damit Vertrauen zu finden in bereits verlorengeglaubte Fähigkeiten.

Wir würden uns freuen, wenn wir Euch mit dieser Seite trockenen Fusses durchs Wasser mitnehmen können. Viel Spaß beim Stöbern!

Eva & Florian

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6 Jul 2012

OOROS-Crew in Asien

Geschrieben von florian

Allah sei Dank ohne nach Jakarta fliegen zu müssen, konnten wir kurzfristig die indonesische Familie meines Freundes Bernhard wiedersehen. Wie kommt´s: Auch die Asiaten wissen der Ball ist rund so wie die Erde und sind deshalb halb herum geflogen, damit die kleinen Fußballcracks bei den United World Games in Klagenfurt (Österreich/Kärnten)  den Ball treten können.

Vorweg, das haben sie mit Erfolg getan, vor allem als Team mit der weitesten Anreise. Eine abwechslungsreiche Woche, die mit Fußball, dem Besuch der herrlichen Altstadt Klagenfurts, auch schwimmen im Faaker See mit seinem eigentümlich milchig grünem Wasser, Bootsfahrt, Bergfahrt und vielen guten Gesprächen ein stimmiges Bild ergeben hat.

Dann zu Ende der Woche haben wir Eva´s Mama und Harry wiedergesehen, die im April in La Gomera ihren Urlaub mit uns verbracht hatten. Einen schönen intensiven Tag konnten wir gemeinsam erleben. Der Abschied mit ihnen fällt uns immer leichter, da das Wiedersehen auch einfacher geworden ist.

Jetzt machen wir langsam das Schiff klar. Wir wollen in den nächsten Tagen südlich um die Insel herumsegeln, um auf der Westseite in Vueltas (Valle Gran Rey) zu ankern. Auch das könnte spannend werden, denn in Taucherkreisen geht die Rede von einem Hammerhai, der sich sehr oft am Wrack einer gesunkenen Yacht dort in Vueltas aufhält. Mit solchen Geschichten ist es wie mit Seemannsgarn und Jägerlatein – ein Körnchen Wahrheit könnte schon dran sein. Segelfreunde haben uns jetzt geschrieben, dass am vorletzten Tag ihres fast dreiwöchigen Ankerstopps ein Hammerhai das Boot umkreist hat, nachdem sie dort beinahe jeden Tag baden waren. Um Dinge, die man nicht weiß, braucht man sich auch nicht zu kümmern. Bis zum nächsten Mal vielleicht mit Bildern vom Hai.

17 Jun 2012

Regen erwünscht!

Geschrieben von eva

Es ist heiß. Und trocken. Der Wind bringt Abkühlung, auch wenn es nachts manchmal richtig rund geht und wir auf unserem Schiff durchgeschaukelt werden. Aber die Natur bräuchte dringend Regen – es war der trockenste Winter seit 64 Jahren! Jetzt im Sommer ist sowieso kein Regen in Sicht und so weicht das Grün, das sich bis jetzt halten konnte, tristem Braun. Nur im Norden der Insel und im Nebelwald ganz oben geben die Wolken genügend Feuchtigkeit ab. Und dort, wo bewässert wird, ist es natürlich auch grün. Wie gerne würden wir ein paar Tage mit Deutschland tauschen: Regen für La Gomera, Sonne für Deutschland!

Trotz der langen Zeit, die wir jetzt schon hier sind, gibt es immer wieder was Neues. So haben Lisa und Sven uns mit GPS und ein paar Angaben auf Schnitzeljagd durch die Stadt geschickt, an deren Ende uns ein schöner Grillabend erwartet hat. Allerdings gab´s dann statt Schnitzel Thunfisch, auch sehr lecker…

San Sebastián gehört für uns zu den sehr kommunikativen Häfen: Immer wieder lernen wir nette Segler kennen, mit denen wir einiges unternehmen und nette Stunden verbringen. So auch die „2Mickys“ (das ist der Schiffsname), die wir mit dem Bus kurzentschlossen auch noch an ihrem Ankerplatz in Valle Gran Rey besuchen. Zum Glück entdecken sie uns, wie wir mit unserem Fernglas am Ufer stehen und rudern mit dem Dinghi gleich zu uns. Was für ein Willkommen!

Mit Gerd, der seine Reinke S9 hier im Hafen liegen hat, gehen wir immer wieder tauchen. Auch ein Nachttauchgang ist dabei, ein ganz anderes Gefühl, nachts im Atlantik zu tauchen. Jetzt sind die Muränen aktiv und ich kann einen Seehasen streicheln – eine Nacktschnecke, die sich zart wie Samt anfühlt! Im Garten undenkbar – iiihhhh

Von unseren Tauchgängen und sonstigen Aktivitäten wie immer mehr in den Fotos:

16 Mai 2012

Zwei Jahre unterwegs

Geschrieben von florian

2 Jahre unterwegs: In dieser Zeit haben wir uns verändert. Wir sind sicherer geworden in nautischen Dingen, aber auch offener in der Begegnung mit anderen. Ein Leben, wie wir es früher führten, scheint uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt unmöglich. Wir haben unsere eigene Geschwindigkeit gefunden. Materielle Bedürfnisse zu befriedigen ist uns unwichtiger geworden, Erlebtem nachzuspüren dagegen wichtig.

Nicht angetrieben sein, sondern zu treiben.

Hier noch einige Fotos unserer Trauminsel La Gomera:

2 Mai 2012

Besuch auf der Trauminsel La Gomera

Geschrieben von eva

Wieder einmal studieren wir die Wettervorhersagen, denn schon 3 Wochen nachdem Karin, Dieter und Dominik wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind, kommen Mama und Harry zu uns nach La Gomera. Nur dass wir halt noch nicht da sind. Am Karfreitag möchte ich aber auf keinen Fall unterwegs sein, da es hier auf den Kanaren sehr schöne Karfreitagsprozessionen geben soll. Der Gründonnerstag scheint der perfekte Tag zu sein: angenehmer Wind und einigermaßen angenehme Wellen. Na ja, wie schon so oft sollte es nicht ganz so angenehm werden. Aber mit dem letzten Tageslicht erreichen wir dann doch den Hafen von San Sebastián auf La Gomera. Die Prozession am nächsten Tag in der Hauptstadt La Gomeras (mit 4.500 Einwohnern!) ist entsprechend klein, aber sehr würdevoll. Eine Kapelle mit lauter jungen Leuten begleitet die durch den Ort getragenen Figuren, wir sind sehr beeindruckt.
 
Nur noch eine Woche bis unser Besuch eintrifft. Es wird noch mal klar Schiff gemacht – soviel wie in den letzten Wochen wurde die OOROS schon lange nicht mehr geputzt!
Dann endlich ist es soweit. Fred.Olsen bringt uns mit seinem Highspeed-Trimaran nach Teneriffa und ein Guagua (Bus) zum Flughafen. Das Wiedersehen mit Mama und Harry nach 13 Monaten ist einfach toll!

Die Rückfahrt mit dem Leihwagen und die Überfahrt mit der Fähre vergehen wie im Flug, es gibt ja soviel zu erzählen. Nun können wir den beiden endlich zeigen, wie wir hier leben – und nach mehreren Besuchen auf unserem Schiff empfinden sie es auch gar nicht mehr so beengend. Die beiden wohnen im nahegelegenen Hotel, das wir auch das eine oder andere Mal zu einem ausgiebigen Frühstück besuchen. Wir nutzen die gemeinsame Zeit für viele Ausflüge, Boccia-Spiele am schwarzen Strand oder einfach nur zum Ratschen auf der OOROS oder in einem der vielen Cafés. Es gibt soviel zu entdecken auf der Insel!

Wir begeben uns auch auf Schatzsuche: Gitti und Georg haben mir zum Geburtstag auf La Gomera ein Geschenk versteckt – vor eineinhalb Jahren, als ich anfangs noch euphorisch dachte, zu meinem ersten Geburtstag unterwegs schon auf den Kanaren zu sein. Mit guter Anleitung finden wir das Geschenk in einer Felsspalte, unversehrt und noch gut verpackt. Danke Euch Beiden für die Bücher und die tolle Idee, die Suche hat uns viel Spaß gemacht!

Mit dem Segeln in diesem Revier ist es nicht so einfach, da durch den sog. Düseneffekt zwischen den Inseln oft heftige Böen entstehen. Deshalb entscheiden wir uns für eine Whale-watching-Tour. In Valle Gran Rey gibt es ein altes umgebautes Fischerboot, das uns sehr anspricht. Der Anbieter ist mit der gelben Flagge für sanften Waltourismus ausgezeichnet, was uns sehr entgegenkommt. Mit maximal 10 “Walinteressierten” hat es auch eine schöne Größe und wir sind das einzige Schiff, das zu dieser Zeit unterwegs ist. Also nichts wie raus auf´s offene Meer! Nach einiger Zeit sichten wir Pilotwale – ein phantastisches Erlebnis, wie diese herrlichen Tiere mit einer unglaublichen Ruhe unser Schiff in ihre Mitte nehmen und eine Zeit lang mit uns mitschwimmen. Es ist eine Gruppe mit ca. 20 Tieren, darunter auch einige Jungtiere. Der Rückweg führt uns wieder zurück an die Küste, wo wir das Glück haben, große Tümmler (bekannt aus “Flipper”) bei ihrer Jagd nach Fischen beobachten zu können. Mit von der Partie sind Gelbschnabelsturmtaucher, die in waghalsigen Aktionen ins Wasser stürzen. Wir sind alle 4 sehr beeindruckt.

Ein anderes, sehr besonderes Erlebnis haben wir in Hermigua, einer kleinen Ortschaft mit vielen Bananenplantagen. Hier gibt es auch eine Fabrik, die die Bananen in Kisten verpackt. Wir sind natürlich wieder einmal neugierig und strecken unsere Köpfe durch die offene Tür. Sofort werden wir eingeladen reinzukommen – nur Fotos dürfen wir nicht machen. Die großen Bananenstauden werden an Haken durch die Halle transportiert und dann werden per Hand die Bananenbündel abgeschnitten. Immer wieder reicht uns einer der netten Arbeiter ein paar der gelben Bananen, die zu reif für den Versand sind. Lecker! Zum Abschluss bekommen wir noch ein ganzes Bananenbündel mit 20 gelben Bananen in die Hand gedrückt. Herrlich!

So vergeht die Zeit und wir nutzen jede gemeinsame Minute. Der Abschied nach 2 Wochen, als wir die beiden wieder zum Flughafen bringen, fällt dann auch nicht ganz so schwer. Zumal wir auch beschlossen haben, im Herbst für 2 oder 3 Wochen noch mal nach Bayern zu kommen.

Jetzt sind wir wieder allein – nein, das stimmt so nicht. Wir haben jede Menge netter Schiffsnachbarn und auch Lisa und Sven sind zwischenzeitlich in La Gomera angekommen. Also langweilig wird uns nie!

Liebe Mama und Harry, es war sehr schön mit Euch!

Florian hat diesmal die Fotoauswahl übernommen – eine nicht so leichte Aufgabe, denn wir hatten zusammen fast 1.200 Fotos!

30 Mrz 2012

Besuch aus Bayern

Geschrieben von florian

Lange haben wir uns auf unseren Besuch gefreut. Jetzt ist unser Besuch 75 km südlich von uns und wir noch im Norden. Anhaltende starke Nordwinde (um 20 Knoten) und Evas blauer Zeh hindern uns, in Teneriffas Süden vorzustoßen. Deshalb besuchen wir Karin, Dieter und den kleinen Dominik mit dem Bus, um gemeinsam auch ein Auto für 2 Wochen zu leihen.

Schließlich versprechen die Vorhersagen für die immerhin 36 Seemeilen (8 Stunden segeln, wenn´s gut läuft) 12-14 Knoten, also angenehmen Segelwind. Natürlich hat sich Rasmus wieder etwas Feines für uns ausgedacht: zuerst ist zuwenig Wind, wir haben die Genua gesetzt und dazu den Jockel laufen, um einen Schnitt von 5 Knoten zu halten. Doch nach ein paar übellaunigen Wünschen kommt Wind – und mehr Wind – und noch mehr Wind – mit fast Sturmstärke (33 Knoten) kommen wir nach nur 7 Stunden in der Marina San Miguel an. Das Hafenmanöver ist dann bei so starkem Wind auch nicht ganz einfach. Doch schließlich sind wir fest und bedanken uns bei unserem französischen Nachbarn, der froh ist, dass wir seine Nussschale nicht versenkt haben!

Ab jetzt pendeln wir bequem zwischen dem Hotel unserer Freunde und der Marina, gemeinsam planschen wir im Hotelpool oder vergnügen uns am Strand. Es sind entspannte und ausgelassene Tage. Die Damen mit Dominik, der sich die Delfine und Orcas nicht entgehen lässt, fahren in den Loropark und erzählen uns anschließend von den tollen Shows. Derweilen die Herren in der Hauptstadt die An- und Ausblicke genießen.

Höhepunkt soll der Segelausflug werden, wir haben Wind und Wellen beobachtet – es ist der ideale Tag: Damenwind und fast keine Welle, da sollte Freude aufkommen bei den Landratten! Leichtmatrose Dominik wird als erster auf die Planken gestreckt. Dann geht´s auch der Mami nicht mehr so gut, schließlich müssen wir – auch wörtlich – abbrechen. Dieter wäre gern bis zum Horizont gesegelt und noch weiter – Freiheit spüren tut so gut! Viel zu früh sind wir wieder im Hafen. Segeltage sind anstrengende Tage, und so gibt es Brotzeit an Bord.

So verbinden uns viele Erlebnisse, Ausflüge und mancher Tropfen netzt unsere Kehlen zur angeregten Unterhaltung. Der Abschied fällt nicht allzu schwer, weil wir uns wiedersehen werden!

Schon 2 Tage später hat uns ein Segelfreund aus Belgien eingeladen, in seinem Leihwagen nach Los Cristianos mitzukommen. Er möchte uns die dortigen Shipchandler zeigen, mit von der Partie ist eine Holländerin, die seit über 20 Jahren auf ihrem Schiff auf Teneriffa lebt.

Bei einem Sundowner auf der Marinaterrasse mit tollem Blick auf das Wasser haben wir ein nettes Ehepaar (Wahlostfriesen) kennengelernt und spontan haben sie uns für morgen auf einen Ausflug eingeladen. Wir sind gespannt und freuen uns sehr. Überhaupt genießen wir auf unserer Fahrt die Begegnungen mit Menschen verschiedener Nationen und mit verschiedenen Hintergründen.

So vergehen die Tage, und bald kommt der nächste Besuch aus Bayern eingeschwebt, um mit uns La Gomera zu erkunden. Wir freuen uns sehr darauf!

3 Mrz 2012

Fasching auf den Kanaren

Geschrieben von eva

Karneval, hier Carnaval gennant, wird sowohl in Gran Canaria als auch in Teneriffa groß gefeiert. Manche behaupten sogar, der Karneval in Santa Cruz sei der zweitgrößte nach Rio! Ideal also für uns Faschingsmuffel… Was die Dauer betrifft, ist es hier auf alle Fälle eine Besonderheit. Denn am Aschermittwoch ist das Feiern nicht etwa zu Ende, sondern in einigen Ortschaften beginnt es erst richtig. Auf Teneriffa wird der Fasching mancherorts erst am 12. März mit der „Beerdigung der Sardine“ wirklich beendet. Es gibt auch kein Prinzenpaar wie gewohnt, sondern „nur“ die Reina de Carnaval, die Faschingskönigin also. Die ist dafür umso mehr herausgeputzt und große Firmen und Einkaufszentren überbieten sich gegenseitig im Einfallsreichtum, damit ihre Kandidatin die Reina wird. Es gibt sogar eine Ausstellung mit Modellen der letztjährigen Siegerinnen. So kann man verfolgen, wie sich im Laufe der Jahre die Ausstattung verändert hat. Waren vor ca. 15 Jahren noch die Kostüme wichtig, die die Damen trugen, so ist es heute vielmehr das üppige Außenrum, das auf Rollen im Dreiviertelkreis um die spärlich bekleideten Damen das Augenmerk auf sich zieht. Auch der Faschingszug ist mit unserem nicht vergleichbar. Obwohl wir echte Faschingsmuffel sind, wollten wir uns dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Der Umzug war für 17.00 h angesagt. Um kurz vor 6 kamen dann die ersten Wägen mit der Reina, der Drag-Queen und sonstigen prämierten Damen. Dann erstmal Pause – sieht man von den vielen Maskierten ab, die die Straße bevölkerten und entlangflanierten. Immer noch Pause. Dann – endlich – in der Ferne der erste Wagen. Sven hatte erzählt, dass er 100 Wägen gesehen hatte, die am frühen Nachmittag Aufstellung genommen hatten. Das konnte ja heiter werden! In unserem jugendlichen Leichtsinn hatten wir für 21.00 h einen Tisch bestellt, da wir der Ansicht waren, dass der Umzug bis dahin bestimmt schon vorbei sein würde. Pustekuchen – um kurz vor 9 waren wir bei Wagen Nr. 18! Nach dem Essen, so um halb 11, kam dann Wagen Nr. 43 vorbei. Kein Wunder, denn nach jedem Wagen war die Strasse wieder voller Jecken und so dauerte es im Schnitt von Wagen zu Wagen 5 Minuten. Sven und Lisa, die wacker bis zum Schluss durchgehalten haben, erzählten uns dann, dass es 101 Wägen waren und sie um kurz vor 2 Uhr nachts wieder zurück auf dem Schiff waren. Hier auf Teneriffa haben wir noch die eine oder andere Veranstaltung besucht, die auf verschiedenen Plätzen stattfanden. Aber jetzt ist auch genug!

Eine nette kleine Episode muss ich Euch noch erzählen, bevor es nach Teneriffa geht: Wir machten mit dem Leihwagen einen Ausflug an die Westküste der Insel nach Puerto de San Nicolas. Dort staunten wir nicht schlecht, als wir in der kleinen Bucht ein österreichisches Segelschiff sahen, das dort ankerte (sonst sind hier nur kleine Fischerboote). Im ansonsten leeren Lokal saß eine Gruppe von etwa 12 Österreichern und am Nebentisch ein Paar aus Österreich. Da ich selbt österreichische Wurzeln haben, konnte ich dieser Häufung einfach nicht widerstehen und habe das Paar am Nachbartisch angesprochen. Auf meine Bemerkung, dass man hier selten österreichische Yachten sieht, kam ein „ha, ha, ha, und Euer Schiff liegt gleich im nächsten Hafen, was?“ zurück. Meine Antwort „nein, es liegt im Hafen von Las Palmas“ ließ erst mal die Unterkiefer nach unten klappen und ein „na wirkli?“ heraus. Wir haben uns dann eine ganze Zeit lang sehr nett unterhalten. An dieser Stelle ganz herzliche Grüße an die österreichische Verwandtschaft und herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs! 

Unsere Abfahrt aus Gran Canaria wurde wieder einmal durch ein technisches Problem verzögert – aber daran haben wir uns so langsam gewöhnt. Am Tag vor dem geplanten Start testete Florian den Motor und stellte fest, dass der Öldruck laut Anzeige ungewöhnlich hoch ist. Oh Mann. Wir baten Sven und Lisa um Rat und testeten eine ganze Zeit die Kontakte und Kabel. Irgendwo da muss ein Defekt sein, am Öldruck kann es nicht liegen. Das wurde uns auch von Harry aus der Heimat bestätigt. Tja, die Anzeige funktioniert immer noch nicht, das werden wir in einem der nächsten Häfen reparieren. Aber wir haben ja immerhin noch ein Kontrolllämpchen und einen Pfeifton. Also alles halb so schlimm….

Teneriffa ist unheimlich abwechslungsreich. Der Teide, Spaniens höchster Berg, ist faszienierend. Ein Vulkankegel, zu dessen Füßen die Landschaft wie vom Mond entliehen wirkt. Schwarze Lavazungen vom letzten Ausbruch vor ca. 100 Jahren ergießen sich über die karge Landschaft, bizarr geformte Felsen liegen überall herum. Aber seht selbst auf den Fotos!

5 Feb 2012

Kanarische Kälte und Frühlingsbeginn

Geschrieben von florian

Da wir letztes Jahr als Winterflüchtlinge schon in Gran Canaria waren, gab es für uns nicht mehr so viel Neues anzuschauen. Und so machten wir uns daran, den Fußboden neu zu lackieren, sowie einige andere schadhafte Stellen im Lack auszubessern. Das ist eine Arbeit, die mehrere Tage in Anspruch nimmt und bei der wir das Schiff dann nicht mehr betreten können. So haben wir uns in einem Hotel in der Nähe eingemietet, um jeden Morgen an die Arbeit zu gehen – schleifen, Schleifstaub entfernen und lackieren. Wir haben 3 verschiedene Lacke benutzt, aber das Ergebnis war nie so wie das Original.

Ihr erinnert Euch sicher an die abgerissene Ölablassschraube. Diese Thema hat uns den ganzen Januar beschäftigt. Wir meinten, in der kanarischen Großstadt Las Palmas mit seinem bekannten Yachthafen leicht Ersatz beschaffen zu können. Von wegen! Wir kennen jetzt alle Läden, die Metallwaren verkaufen – überall Fehlanzeige. Schließlich haben uns unsere schwedischen Freunde eine gebrauchte Schraube von zuhause mitgebracht.

Ende Januar ist nicht nur arktische Kälte in Nordeuropa, auch im kanarischen Archipel sind die Temperaturen unangenehm kalt geworden. Was bedeutet: Tageshöchstwerte um die 20°, nachts 15-16° aber bei Wind fühlt es sich viel kälter an. Im Wasser sind jetzt nur noch Nordeuropäer, die zuhause gerne erzählen wollen, dass sie auf Gran Canaria jeden Tag beim Baden waren.

Auf den Stegen treffen wir deutsche und österreichische Segler, sie erzählen von Plänen und Erfahrungen, auch von Träumen, die in Gran Canaria vorzeitig endeten. Und nicht wenige haben hier eine neue Heimat gefunden. Das ausgeglichene Klima mit nicht so heißen Sommern und die Nähe zu Festlandeuropa erscheinen vielen ideal, um ein ereignisreiches Seglerleben ausklingen zu lassen.

Wir machen uns derweil Gedanken über Ausrüstung, die noch zu ergänzen ist. Etwa ein AIS, dadurch können wir schon sehr früh Schiffe der Großschifffahrt identifizieren und diese uns. Gleichzeitig bekommen wir alle wichtigen Daten, lange bevor es zu einer Begegnung kommt und bei Kollissionsgefahr wird gewarnt.

Auch über weiteres Vorankommen machen wir uns Gedanken. Hier helfen uns Erfahrungsberichte und der allgegenwärtige Klönschnack.

In den Hügeln oberhalb Las Palmas sind derweil die Mandelbäume in voller Blüte, klar muss da ein Fest her! Und so ist dieser Tage in kleinen herausgeputzten Dörfern Mandelblütenfest. Da landet manches brave Schwein am Spieß. Wir holen uns statt dem Schwein rote Nasen und klamme Finger.

Der nächste Blog wird dann aus Teneriffa kommen, wo wir zunächst die Hauptstadt Santa Cruz anlaufen wollen.

16 Jan 2012

Jahresausblick aus Las Palmas

Geschrieben von eva

Endlich sind wir auf eigenem Kiel in Las Palmas auf Gran Canaria angekommen! Wie so oft ging es auch diesmal nicht ohne gewisse Schwierigkeiten: an und für sich wollten wir gemeinsam mit Lisa, Sven und den Besatzungen der deutschen Segler Roede Orm und Sophie in Las Palmas Weihnachten verbringen. Am Abend vor der Abfahrt hat Florian nochmals den Motor gecheckt und dabei ist eine Schraube vom Getriebe abgerissen – leider genau die Ölablassschraube! Für uns wieder mal nix mit Abfahrt… Geruhsame Weihnachten auf Fuerteventura waren aber auch sehr schön. Eine Ersatzschraube für unser englisches Getriebe war nirgends aufzutreiben und so haben wir uns selbst was gebastelt – darin werden wir langsam immer besser!

Am 28. Dezember dann war es soweit: Alle verfügbaren Wetterdienste sagten beste Bedingungen voraus. Abends um 9.00 h ging es dann los, wir wollten bis zum Morgengrauen die Küste Fuerteventuras hinter uns lassen und dann bis zum frühen Nachmittag in Las Palmas sein. Pustekuchen! Nachts war so gut wie gar kein Wind – was in unserem Fall ziemlich nervig war, da wir mit unserer provisorischen Schraube den Motor nur für die Hafenmanöver benutzen wollten. Dafür briste es ziemlich auf, als wir Fuerteventura endlich hinter uns lassen konnten und mit viel zu starkem Wind nach Gran Canaria brausten. Die Wellen waren recht konfus – da wurde sogar mein Käpt´n seekrank und das will schon was heißen! Ich hatte zum Glück zuvor meine Pillen genommen, so dass ich diesmal wirklich seefest war. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir dann in Las Palmas an – zur Begrüßung standen Lisa und Sven schon da.

Silvester dann haben wir mit insgesamt 4 Schweden verbracht, es wurde ein feuchtfröhlicher Abend mit natürlich Feuerwerk, Liveband und jeder Menge Spaß!

In Spanien werden die Geschenke nicht wie bei uns an Weihnachten verteilt, sondern an Heilig Drei König. Daher ist das ein ganz wichtiger Tag und wird hier auch ganz besonders gefeiert: Am Vorabend gibt es einen großen Umzug, bei dem die Heiligen Drei Könige auf ihren Kamelen durch die Stadt reiten. Das Ganze sieht dann aus wie bei uns die großen Faschingsumzüge, bei denen bunte und vor allem laute Wägen durch die Straßen fahren und viele viele Bonbons verteilt werden. Im hinteren, ruhigeren Teil des Umzugs folgen dann die Könige – die armen Kamele haben das alles mit einer großen Gelassenheit hingenommen.

Ach ja, der Jahresausblick fehlt ja noch: Unser Jahresziel liegt diesmal nicht in weiter Ferne, wir wollen in diesem Jahr auf den kanarischen Inseln bleiben. Wie es dann weitergeht? Gute Frage! Im Raum stehen zum Jahresende die Kapverdischen Inseln als Sprungbrett für die Karibik oder auch Brasilien. Wir hören so viel von anderen Seglern und lassen uns einfach inspirieren. Vor allem aber bekommen wir auch in diesem Jahr lieben Besuch!

Bei den Fotos sind einige Bilder aus Fuerteventura dabei und auch schon ein paar von Gran Canaria.

27 Dez 2011

Jahresrückblick

Geschrieben von florian

Nicht nur ARD und ZDF blicken zwischen den Jahren zurück. Für die OOROS-Crew, die sich auch dieses Jahr wieder in steiler See, starkem Wind und Gischt bewährt hat, wagt der Käpt’n einen Rückblick.

Wir wollten wissen: wieviele Tage haben wir segelnd, oder – wenn notwendig – motorend auf dem Wasser verbracht, wieviel Diesel haben wir dafür verfeuert und wieviele Seemeilen haben wir zurückgelegt, um von La Coruña im Norden Spaniens an die Algarve und letztlich nach Las Palmas auf Gran Canaria zu kommen? Hier nun die Antworten:

Es waren gesamt ca. 1.800 Seemeilen, das entspricht etwa 3.250 km, die wir meist mit der Geschwindigkeit eines Joggers zurückgelegt haben. Also etwa 8 – 9 km/h. Wir mussten nur zweimal tanken, gesamt ca. 320 l und haben damit etwa 500 Seemeilen (also ca. 950 km) unter Motor bewältigt. Eine interessante Frage ist auch: Wieviele Segeltage hatten wir nun im Verhältnis zu 270 Tagen, an denen die OOROS im Wasser war (3 Monate war sie in La Coruña und Lagos an Land)? Wir waren 35 Tage auf See, das bedeutet, der Anteil der Hafentage lag bei 87%. Das führt uns zu dem Resümee, dass das Boot in erster Linie Wohnzwecken entsprechen muss, was bei der OOROS mit einer Wohnfläche von ca. 18 qm ganz eindeutig gegeben ist!

Herausragendes Ereignis war wohl der Besuch unseres Neffen, einen Gast an Bord zu haben ist eine Ausnahmesituation, denn das Wohnen und Segeln unterscheidet sich grundlegend von einem Leben an Land. Sein Nein zur Entdeckung neuer, unbekannter Inseln und Kontinente unter Segeln ist klar. Eine Achterbahnfahrt ist nach 3 Minuten zu Ende….

Sonst haben in uns die wunderbare Küstenlandschaft in Galizien, das Runden bekannter Kaps wie Finisterre und São Vicente starke Eindrücke hinterlassen. Aber auch die Algarve entlangzusegeln bis zum Seglerankertreff in der Lagune von Culatra bei Faro war wunderschön. Ein besonderes Erlebnis war natürlich das Erreichen des Madeira-Archipels, ganz so, wie es der Entdecker Zarco getan hat. Aber er brauchte ein Jahr, um die 30 Seemeilen zwischen Porto Santo und Madeira zurückzulegen. Das haben wir schon nach einer Woche gemacht.

Und zu entdecken gab es für uns auch einiges. Überhaupt ist der gröβte Vorzug unserer Art zu reisen, dass wir uns Zeit lassen können. Auf diese Art erleben wir den Charakter und Charme einer Landschaft erst richtig, das Privileg, uns ein wenig heimisch zu fühlen. Nachteil: je mehr man sich heimisch fühlt, desto schwieriger wird das Weiterkommen. Trotzdem liegen wir mit 13% Seetagen im Durchschnitt der Langzeitsegler. Das gibt uns die Hoffnung, bis zur Stellung des Rentenantrages wieder in der Heimat zu sein 😉

Wir wünschen allen Freunden unserer Seite ein glückliches Neues Jahr, Gesundheit und die Erfüllung Eurer Wünsche und Sehnsüchte. Ganz entscheidend ist, dass es etwas gibt, das Euch antreibt und beflügelt!

Florian und Eva

23 Dez 2011

¡ FELIZ NAVIDAD !

Geschrieben von eva

Hier auf Fuerteventura ist es nicht ganz einfach, so richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Doch zuerst haben wir uns mit Lebkuchen und Glühwein eingestimmt, dann haben uns die vielen Weihnachtsgrüβe geholfen, die wir von Euch erhalten haben. Ein dickes Dankeschön von uns an Euch!

Anbei ein paar Weihnachtsimpressionen – sowohl von der Weihnachtsbeleuchtung, von uns und auch von einem wunderbaren Weihnachtskonzert in der Inselhauptstadt Puerto del Rosario.

Wir wuenschen Euch ein friedvolles Weihnachtsfest

Eva & Florian

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