HERZLICH WILLKOMMEN

Das Leben ist wie das Meer mit seinen Höhen und Tiefen, Stürmen und Flauten und der Ankunft im Hafen. Es ist das Einlassen auf das große Element Wasser, aus dem alles entstanden ist.

Unser Hintergrund dabei ist, die sicheren, eingegangenen Wege zu verlassen. Wasserlandschaften, Küsten, Inseln und ihre Bewohner kennenzulernen. Uns jeden Tag auf neue Abenteuer einzulassen. Auf die Zeichen des Wetters und der Umwelt zu achten, um in den Gegebenheiten bestehen zu können und damit Vertrauen zu finden in bereits verlorengeglaubte Fähigkeiten.

Wir würden uns freuen, wenn wir Euch mit dieser Seite trockenen Fusses durchs Wasser mitnehmen können. Viel Spaß beim Stöbern!

Eva & Florian

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17 Mrz 2011

Heimatbesuch

Geschrieben von florian

„Nach Hause“ kommen – ein komisches Gefühl zu Anfang. Denn unser Zuhause war das letzte Jahr die SY OOROS und Kontakt mit Familie und Freunden war nur über Telefon oder E-Mail möglich. Haben wir uns entfremdet? Oder können wir anknüpfen an die Bande, die uns verbinden sollen? Schnell stellten wir fest, dass die Entfernung uns nur räumlich getrennt hat. Überall haben wir unsere Gedanken und Herzen wieder miteinander verbinden können.  Unsere Ferienwohnung auf dem Bauernhof war so für uns genau wieder die richtige Erdung mit Bayern.
Straff war der Terminplan, den wir uns auferlegt hatten, denn natürlich wollten wir all die lieben Menschen, mit denen uns so viel verbindet, wiedersehen. Aber anstrengend haben wir es nicht empfunden, weil wir viele fröhliche und auch nachdenkliche Stunden mit Euch verbracht haben. Leider hat unsere Zeit aber nicht ausgereicht, alle Freunde und Verwandten zu besuchen.  Seid versichert, dass Ihr trotzdem oft in unseren Gedanken seid. Bei der Geschwindigkeit, mit der wir uns um die Erde bewegen, sind wohl noch einige Besuche zu Hause notwendig 😉

Jetzt spüren wir, dass es langsam Zeit wird, die OOROS wieder klarzumachen und den Weg nach Süden fortzusetzen. Da wir in diesem Jahr noch Familienbesuch bekommen, fällt uns der Abschied nicht ganz so schwer.

Spannendes steht uns jetzt bevor: OOROS, die jetzt sicher in der Marinaseca in La Coruna auf dem Trockenen steht, soll ein neues Antifouling bekommen. Der Windgenerator, der schon seit vielen Monaten den Wind nicht mehr in Strom umwandeln will, wird ersetzt. Auch wollen wir wegen der vielen Fischer in Portugal uns einen Seilschneider an die Welle bauen. Diese und noch weitere Anbauten und Reparaturen werden hoffentlich bis Ende März erledigt sein. Wenn beim Einwassern dann noch unser Schiffsdiesel fröhlich lostuckert, kann einem Vorankommen an der Costa del Morte eigentlich nur noch der Wetterbericht entgegenstehen.

Sehr gefreut hat uns die viele positive Resonanz auf unsere OOROS-Seite, auf der wir versuchen, nicht nur Eindrücke der Reise, sondern auch Einblick in unser Leben und unsere Gefühlswelt zu geben.  Dies wollen wir weiter tun und wir hoffen, dass Ihr uns auch auf unserem neuen Abschnitt die Treue haltet. Und sollten Euch einmal die Finger jucken: Wir freuen uns immer über ein paar Zeilen!

19 Feb 2011

Gran Canaria

Geschrieben von eva

Die (vorerst letzten) Tage in Gran Canaria sind angebrochen. Eigentlich wollten wir ja nur ein paar Fotos von hier einstellen, damit Ihr im Herbst, wenn wir auf eigenem Kiel wieder hier sein wollen, nicht schon alles kennt. Aber so ist das mit den guten Vorsätzen: Man tut sich immer schwer, sie zu halten. Vor allem, wenn es so schön ist wie hier und man gar nicht weiß, welche Fotos man auswählen soll. Also haben wir versucht, einen möglichst übersichtlichen Querschnitt zusammenzustellen. Gar nicht so einfach….

Gran Canaria hat unheimlich viel zu bieten. Da gibt es z.B. Playa del Inglés, zwar ein ziemlich touristischer Ort, der aber einen wunderbaren langen Sandstrand hat. Dieser geht direkt in die riesige Dünenlandschaft von Maspalomas über, so dass man ganz ausgedehnte Strand- bzw. Sandspaziergänge machen kann. Doch das ist noch lange nicht alles: Schon ein paar Kilometer von dem Ort entfernt beginnt die wilde Schönheit Gran Canarias. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, was sich auch nicht leugnen lässt. Auf schmalen Serpentinenstrassen haben wir mit unserem winzigen Leihwagen das Inselinnere erkundet. Immer wieder kamen wir so durch kleine Ortschaften, die uns mit bunten Häusern und beeindruckenden Bougainvilleas bezaubert haben. Und natürlich haben wir auch den Roque Nublo besucht, das Wahrzeichen der Insel. Ein Felsmonolith in einer unberührten Landschaft, zu dem wir eine kleine Wanderung unternommen haben. Und dann gibt es da natürlich auch noch die Hauptstadt Las Palmas, wo wir uns derzeit noch aufhalten. Hier ist es weit weniger touristisch als im Süden der Insel und wir fühlen uns sehr an La Coruña erinnert!

Das war nur ein kurzer Überblick über die Insel, die aber noch viel mehr zu bieten hat. Es ist in gewisser Weise schon auch ein Ansporn für uns, dass wir im Laufe des Jahres wieder hier sein werden. Aber erstmal freuen wir uns schon sehr auf unseren Heimatbesuch, wenn wir so viele liebe Menschen wieder sehen werden!

¡ Hasta luego !

25 Jan 2011

Leuchtturm

Geschrieben von florian

Nachts am weiten Meer,
Schiffen zum Geleit
schleudert er umher
schiere Helligkeit.

Feuert als Signal
stetig und gewiss
einen Hoffnungsstrahl
durch die Finsternis.

Unablässig kreist
intensives Licht
welches Richtung weist
auch auf lange Sicht

                Ingun Spiecker-Verscharen

Überall in La Coruña begegnet einem der Torre de Hercules. Seht doch mal, ob Ihr erkennt, wo überall der Torre in La Coruña zu finden ist:

Um der nordspanischen Winter(Regen-)zeit zu entgehen, sind wir ganz in den Süden Spaniens auf die kanarische Insel Gran Canaria „geflüchtet“. Hier finden wir Sonne und warme Temperaturen. Da wir die kanarischen Inseln aber noch dieses Jahr auf eigenem Kiel erreichen wollen, werden wir, wenn überhaupt, bei diesem Aufenthalt nur ganz wenige Fotos von hier einstellen. Sonst kennt Ihr ja schon alles, wenn wir im Herbst/Winter wieder hier sind 😉

3 Jan 2011

Ausblick

Geschrieben von eva

Allen ein gutes neues Jahr!

Wir sind ganz leise reingerutscht. Nach spanischem Brauch haben wir zum Jahreswechsel zu den 12 Glockenschlägen 12 Weintrauben gegessen – für 12 Wünsche. Anschließend sind wir auf dem Vorschiff gesessen, haben eine Flasche Sekt getrunken und zugesehen, wie rundrum die Feuerwerke in den sternenklaren Himmel gestiegen sind. Ein wunderschönes Silvester.

Was wird uns das neue Jahr bringen? Im Idealfall angenehmen Segelwind, Sonnenschein, warme Temperaturen, neue Bekanntschaften und vieles Schöne mehr. Ein Traum, gewiss. Aber ohne Träume wären wir im letzten Jahr nicht gestartet. Unser großes Ziel bleibt bestehen, auch wenn wir den Weg dorthin jetzt in übersichtliche Strecken eingeteilt haben – in diesem Jahr wollen wir die kanarischen Inseln erreichen, danach sehen wir weiter. 

Aber der Reihe nach:  Zunächst einmal flüchten wir in die Sonne, denn es ist uns eindeutig noch zu kalt zum Weiterzusegeln. Auf den Heimatbesuch im Februar/März freuen wir uns auch schon sehr. Und danach kommt das Schiff wieder ins Wasser, ein paar Wartungsarbeiten müssen noch gemacht werden und dann – endlich – geht es mit unserer OOROS wieder weiter! Von vielen Seglern haben wir von der Schönheit der spanischen und portugiesischen Küste erfahren. Dafür werden wir uns Zeit nehmen, auch Lissabon wollen wir einen Besuch abstatten. Madeira oder Marokko? Diese Frage haben wir für uns noch nicht ganz geklärt, beide Routen sind möglich, um auf die Kanaren zu kommen.

Wofür wir uns entscheiden  und wie es von dort weitergeht, erfahrt Ihr, wenn Ihr weiterhin unsere Seite lest! An dieser Stelle sei auch unbedingt erwähnt, dass wir uns immer sehr freuen über die vielen positiven Reaktionen, die uns per Mail und SMS erreichen.

Bilder gibt es wieder ab dem nächsten Eintrag 🙂

28 Dez 2010

Rückblick

Geschrieben von florian

Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind eine Zeit für Rück- und Vorausblicke. Rückblickend kommt es uns so vor, als wären wir nicht dieses Jahr, sondern schon vor einem Jahr in Glückstadt bei Hamburg gestartet. Schwer war der Abschied von Familie und Freunden. So weit zurück liegt die Elbe, Cuxhaven und die Nordseeinseln Spiekeroog, Norderney und Borkum. So viele Eindrücke gibt es auch von Holland mit seinen Kanälen, dem weiten Himmel, den Brücken und Schleusen und den hübschen Orten. Belgien und Frankreich und die unvergesslichen Kanalinseln Alderney und Guernsey.

 Aber der Rückblick ist auch reich an kulinarischen Eindrücken: Ein belgisches Bier auf dem Marktplatz in Brügge, Pommes mit Mayo in Amsterdam oder die Schlachtplatte aus dem Meer, mit allem was Schale oder Beine hat, in l’Aberwrac`h und schließlich der immer wieder gerne genossene Salat mit Geitenkaas an der Hebebrücke zum Buitenhaven in Medemblik. An vielen Orten haben wir uns wohlgefühlt und die dort eigene Atmosphäre in uns aufzunehmen versucht. Meist haben wir uns nicht als Touristen gefühlt, denn wir waren mit unserem schwimmenden Zuhause dort. Auch einen festen Abreisetermin gab es nicht.

Was ist die Essenz aus ca. 3.850 km auf dem Wasser? Was bleibt haften nach über 5 Monaten des Segelns und des Lebens auf dem Wasser? Es sind diese Momentaufnahmen, z.B. die nächtliche Einfahrt in einen Hafen, völlig übermüdet aber glücklich, der Blick von der Düne in Spiekeroog auf den breiten Strand, und das Glitzern des Wassers in einem ablaufenden Priel. Der letzte Blick zurück auf einen Hafen, eine Stadt, an die man schöne Erinnerungen mit sich trägt. Der Kampf gegen Wind und Welle bei Calais, schaurig schön….. Wunderbare Tiererlebnisse, wie die uns stundenlang begleitenden Delfine in der Biskaya. Und  nicht zuletzt die Begegnung mit netten Menschen, mit denen man nur einen kurzen Plausch auf dem Steg hatte oder klönend bis in den frühen Morgen zusammensaß. Einige davon werden wir wiedertreffen, denn wir haben, wie die Zugvögel, den Weg nach Süden zum Ziel.

Wir hoffen auch Ihr hattet ein Jahr auf das Ihr gerne zurückblickt. An dieser Stelle wünschen wir Euch ein gesundes, glückliches Neues Jahr 2011!

P.S. Vorausgeblickt wird dann im neuen Jahr!

22 Dez 2010

¡ Feliz Navidad !

Geschrieben von eva

Allen Freunden unserer Seite, ganz besonders unseren Familien, Nachbarn und Freunden, sowie den vielen Segelbekanntschaften, denen wir auf unserer Fahrt begegnet sind, wünschen wir ein friedvolles, gesegnetes Weihnachtsfest.

Wir haben einige Impressionen aus dem weihnachtlich beleuchteten La Coruña mit Kripperl im Rathaus eingefangen. Unser Weihnachtsschmuck beschränkt sich aus Platzgründen auf ein Playmobil-Kripperl – auch davon könnt Ihr Euch ein Bild machen.

Vielen Dank für die vielen Weihnachtsgrüße, die uns per Mail und SMS erreicht haben!

3 Dez 2010

Besuch aus Austria

Geschrieben von florian

Eva´s Cousine Heidi hatte sich kurzfristig zu einem Besuch angemeldet.Für uns hieß das: Klar Schiff machen und die Achterkoje für unseren österreichischen Besuch „aufklaren“. Neugierig waren wir und aufgeregt, ob es der Heidi auf unserer OOROS gefallen würde. Heidi hat auf ihrem Weg durch Nordspanien schon einiges gesehen und erlebt. Wir empfingen sie spätnachts nach 10-stündiger Anreise aus Pamplona am Bahnhof und haben vor lauter Ratschen fast vergessen ins Bett zu gehen. Nach einem opulenten Frühstück (für Spanien untypisch) am nächsten Morgen ging´s ans Pläneschmieden. Wichtig auf jeden Fall: Ein Besuch des 2.000 Jahre alten, noch in Betrieb befindlichen Leuchtturms. Durch seine vorgelagerte Position bietet er besonders von seinem Aussichtsbalkon gute Ausblicke auf die See und die Bucht von La Coruna. Anschließend haben wir gemeinsam die Stadt unsicher gemacht.

Schon am nächsten Tag holten wir unseren Leihwagen, um diesmal mit Heidi Santiago di Compostela zu besuchen. Jetzt, spät im Jahr und nach dem Papstbesuch, ist wieder sowas wie Ruhe und Beschaulichkeit eingekehrt. Vor 4 Wochen standen noch einige hundert Menschen vor der heiligen Pforte, um dann endlich als Bus- oder echter Pilger die Statue des heiligen Jakob zu umfangen und ihm zuzuflüstern: „Ich bin angekommen“, was der Heilige naturgemäß zu diesem Zeitpunkt schon längst wusste! Auch wir waren wieder angekommen und machten diesmal auch unsere Aufwartung. Mit Tapas y Raciones und gutem Rioja konnte der Tag Revue passieren. Heiß gebadet (liebste Pflicht von uns Seglern) starteten wir am nächsten Morgen, um wunderschöne Altstadtgassen und „Gschäfterl“ unter die Füsse zu nehmen. Dann wurde es viel zu früh schon Zeit, die Heidi samt ihren Mitbringserln wieder Richtung Salzburg zu verabschieden. Heidi, wir haben uns total über Deinen Besuch gefreut!

Nein, mitfahren wollten wir nicht, Schnee, Eis und Minustemperaturen können warten – dachten wir zumindest!

Vor uns lag nun Lugo, auch hier hat das Weltkulturerbe seine Stätte. Es ist die faszinierende Stadtmauer, die komplett mit einer Länge von 2,5 km die Altstadt umschließt. Auf ihr wandert man um die Stadt. Am nächsten Tag aufwachen und die Erkenntnis des Tages: Alles weiß! Im Schneetreiben fuhren wir über die Berge zurück an die Küste, dort ist es milder und Wasser fällt in flüssiger Form vom Himmel. Nach jedem Ausflug freuen wir uns wieder, auf unserem schwimmenden Zuhause anzukommen. Hauptsache trocken – die Kälte vertreiben unsere kleinen Heizer.

Von unserem schwedischen Nachbarn erfuhren wir, dass das Schiff uns gegenüber während unserer Abwesenheit zu sinken drohte. Wassereinbruch – ca. 1-2 Tonnen Salzwasser im Schiff, das ist ein echter Alptraum, den wir hoffentlich nie erleben werden!

16 Nov 2010

Noch immer La Coruña

Geschrieben von eva

Heute sind wir seit genau einem Monat in Spanien! Und obwohl wir inzwischen den dritten Hafen hier angelaufen haben, sind wir noch nicht wirklich weitergekommen. Von der Darsena Marina haben wir in die Marina Coruña verholt – eine 5-Minuten-Fahrt unter Motor. Tja, von seglerischer Leistung kann man da wohl nicht sprechen. Aber zumindest liegen wir hier ruhiger, weil im letzten Hafen die Fischerboote mit voller Fahrt vorbeigerauscht sind, obwohl es im Hafen ein Tempolimit gibt. Und der Schwell, der dadurch verursacht wurde, zerrte ziemlich an unserem Schiff, mehr noch aber an unseren Nerven. Hier also sind wir zwar näher am offenen Meer, dafür fahren die Fischer nicht so nah an uns vorbei. Mit unseren Klapprädern sind wir in 5 Minuten in der Innenstadt – zumindest sind wir so auch etwas sportlicher!
 
Hier haben wir letzte Woche auch unseren ersten großen Sturm in Spanien abgewettert. Gut vertäut haben wir dann der Dinge geharrt. Als wir gesehen haben, dass dem Schiff so leicht nichts passieren kann, haben wir uns in wetterfeste Kleidung gepackt und sind dorthin marschiert, wo der Wellenbrecher das Land nicht schützt. Dort waren wir erstmal baff, dass von den meterhohen Wellen so gut wie nichts im Hafen um die Ecke ankommt. Obwohl, ein paar einzelne Wellen sind mit ziemlicher Wucht über den Wellenbrecher geschossen – das war nach Angaben des Hafenpersonals so noch nie der Fall! Mann, waren wir froh, dass wir nicht auf dem Wasser unterwegs waren! In den Nachrichten am nächsten Tag haben wir dann das ganze Ausmaß des Sturmes gesehen. Leider kam bei dem Sturm auch ein Fischer ums Leben und ein weiterer wurde vermisst. Wir haben uns natürlich gefragt, ob die denn keine Wettervorhersagen hatten, denn ich glaube keiner, der den Sturm auch nur ansatzweise kommen sieht, fährt freiwillig raus.
 
Bei dem Sturm ist einer unserer Ruckdämpfer gerissen – daran sieht man, welch großen Kräfte hier am Wirken waren. In unserem Hafen liegen zwei Schiffe, die bei ihrer Biskaya-Überquerung auch kein Glück mit dem Wetter hatten: Ein belgisches Boot, dem der komplette Mast abgebrochen ist sowie ein französisches Schiff, dem der Baum mitsamt dem Segel fehlte. Ob das nun schlechte Vorbereitung (wettermäßig) oder einfach nur Pech war, können wir nicht sagen; auf alle Fälle sind wir froh, das Thema Biskaya-Überquerung endgültig hinter uns gelassen zu haben!
Doch es gibt auch immer wieder sonnige Tage hier: So haben wir einen Ausflug mit dem Radl zum nahegelegenen „Parque dos Esculturos“ gemacht, von dem wir Euch ein paar schöne Fotos mitgebracht haben.
Unseren Schiffsaufenthalt in La Coruña haben wir jetzt auf 4 Monate verlängert. Da unsere OOROS an Land aber auf Dauer besser aufgehoben ist als immer im Hafen zu dümpeln, gönnen wir ihr eine Auszeit und stellen sie im Januar an Land. Tja, und dann müssen wir im Hotel wohnen. Da es uns hier aber auch langsam zu ungemütlich (Regen, Wind, kühle Temperaturen) wird, haben wir uns für ein Hotel auf den Kanaren entschieden. Und für ein Kontrastprogramm kommen wir anschließend Ende Februar für ein paar Wochen nach Deutschland. Soweit unsere Planung….

 

1 Nov 2010

Impressionen aus La Coruña

Geschrieben von florian

Vor einer Woche haben wir von dem sehr ruhigen und schön gelegenen Hafen Sada nach La Coruña in die Marina Darsena verlegt. Vorteil ist: es ist fast so ruhig, aber mitten in der Stadt. Zwischen Schwerwetter und Sturm sind die Tage warm und meist sonnig und die Nächte noch mild. Da wir wegen des tendenziell unsicherer werdenden Wetters keine großen Schläge über mehrere Tage machen wollen kann es durchaus sein, dass wir den Winter hier verbringen. Wir laufen sonst Gefahr, in irgend einem kleinen Hafen mit nicht viel mehr als einem Anleger hängen zu bleiben und Lissabon ist doch noch einige Wochen entfernt, wenn man die Aufenthalte wegen unsicheren Wetters mitkalkuliert. Wir werden sehen – bisher war das „Abwartenkönnen“ eine unserer großen Tugenden.

La Coruña bietet aber alles, was eine kleine Großstadt bieten kann. Einschließlich einer reichen Auswahl an Tapas-Bars und Cafès und deutschen Zeitungen und Magazinen und last but not least die längste Strandpromenade Europas mit 13,5 km, die direkt vor unserer „Haustür“ liegt.

So hat die kleine Tocher eines deutsch-weißrussischen Seglerpaars bei der Ankunft mit dem Flieger gesagt: „das sieht ja aus wie in Minsk“. Aber nur in den gesichtslosen Außenbezirken – wir haben einige der schönen Seiten schon entdecken können. Ganz bestimmt zählt aber die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen hier zu den schönen Seiten La Coruñas. Viel Freude beim Betrachten der Bilder und Impressionen.

24 Okt 2010

Santiago di Compostela

Geschrieben von eva

Wie schon angekündigt, haben wir mit dem Leihwagen einen Ausflug nach Santiago di Compostela gemacht. Ein magischer Ort, zu dem sich jedes Jahr Tausende von Pilgern aufmachen. Tja, und auch wir fühlen uns wie Pilger. Auch wenn wir nicht zu Fuß gekommen sind, so haben doch auch wir einen langen Weg hinter uns. Vor allem die Überfahrt über die Biskaya war ein Weg der Einkehr. Wir sind beide an und für sich nicht sehr katholisch, doch wenn man dann die Wache auf dem Schiff hat, alleine mit sich, dem Boot und dem unendlichen Meer, spürt man diese große Macht, diesen Beschützer, der alles umfängt. Das Bedürfnis zu beten kommt dann auch nicht aus Angst, sondern aus Dankbarkeit, dass man das alles erleben darf. Das ist uns beiden so gegangen, doch erst in Santiago haben wir auch darüber gesprochen. Und noch eine Gemeinsamkeit mit den Pilgern haben wir festgestellt: Auch wir sind sehr langsam unterwegs, meist nur etwas schneller als Schrittgeschwindigkeit. So hat auch uns dieser heilige Ort gefangen genommen. Leider waren in der Kathedrale Renovierungsarbeiten wegen dem baldigen Papstbesuch in Gange, so dass wir nicht miterleben konnten, wie der große Weihrauchkessel durch die Kirche schwingt. Das muss ein beeindruckendes Erlebnis sein.
In einem Café an der Kathedrale haben wir dann Hans aus München kennengelernt, der den Jakobsweg aus Richtung Portugal gepilgert kam. Er war bereits vor 3 Jahren hier, als er den Camino von Frankreich her ging. Damals war in Santiago noch wesentlich weniger los, was vielleicht auch daran liegen mag, dass dieses Jahr ein heiliges Jahr ist, weil der Festtag des hl. Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. In diesen Jahren ist die heilige Pforte an der Kathedrale geöffnet, das haben viele Gläubige genutzt und sich in einer endlos langen Schlange angestellt. Wir möchten uns gar nicht vorstellen, was hier los ist, wenn der Papst am 6. November kommt! Im Pilgerbüro, in das wir natürlich auch einen Blick werfen mussten, war auch einiges los. Dort im Eingangsbereich gibt es auch ein „Sammelstelle“ für Pilgerstäbe – dort liegen dicke und dünne, gerade und schiefe, lange und kurze, aber immer benutzte Weggefährten der Pilger.
Doch Santiago hat auch ganz normale Seiten: So war direkt vor unserem Hotel ein wunderbarer Markt, in dem Obst, Gemüse und auch Fisch und Fleisch angeboten wird. Das haben wir uns nicht entgehen lassen und dort eine ganze Zeit verbracht. Auch die vielen kleinen Gassen in der Altstadt sind zauberhaft und man findet überall nette kleine Lokale, die wunderbare Tapas (typisch spanische kleine Häppchen) zubereiten.
Und doch haben wir uns am nächsten Tag wieder aufgemacht, um das Kap Finisterre, das wir noch per Segel umrunden wollen, auf dem Landweg zu erkunden. Auf dem Weg dorthin waren wir auch noch in Muxia, das uns Hans empfohlen hat. Muxia wird nun auch unser übernächster Stopp werden, da es dort sehr nett ist und auch einen schönen Hafen gibt.
Doch nun auch noch ein paar Worte zu La Coruna: Unser Liegeplatz ist zwar in Sada, doch mit dem Bus ist es nicht weit in die Stadt. La Coruna hat viel zu bieten: Wunderbare Häuserfassaden, kleine Gassen, große Einkaufsstraßen und vor allem sein Wahrzeichen: Den Herkulesturm. Dieser Turm stammt noch aus dem 1. Jahrhundert und dient als Leuchtturm, um die Seefahrer zu geleiten. Da mussten wir natürlich rauf! Leider war die Sicht an diesem Tag nicht besonders, aber für ein paar Bilder hat es dann doch gereicht.
 
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